Freitag, 29. Juli 2016

Die Kanzlerin, die Kaiserin

Unsere Bundeskanzlerin hielt Hof, oder offizieller, eine Pressekonfernz ab. Sie brach dafür ihren Urlaub ab. Nun könnte man sagen, angesichts der Terroranschläge und anderen sich häufenden Meldungen wie Belästigungen und Vergewaltigungen, gewaltätigen Übergriffen usw. eine gute Sache.
Aber sie verlegte lediglich die sonst jedes Jahr nach ihrem Urlaub stattfindende Generalkonferenz zu Politik und Ereignissen nach vorne. Es war also keine gesonderte Pk, sondern ein verschobener Pauschaltermin. Wie der Journalist Schwennicke beim Cicero ganz richtig feststellt ist dies ein geschickter Schachzug. Auf der Tagesordnung stehen viele Punkte, die Zeit ist begrenzt. Einzelne Unterpunkte erhalten nur wenig Zeit und Aufmerksamkeit, es geht um das Gesamtbild. So kann man Terror und Flüchtlingspolitik in wenigen Sätzen abhandeln ohne auf Widerstand zu stoßen. Genau das geschah.
Immerhin stellte sie ihre Politik zum Kampf gegen den Terror vor. Darunter fallen die Zuversicht auf die Stütze der Wirtschaft. Das diese langsam aber sich ins Trudeln gerät, besonders der Mittelstand unter den drastisch gestiegenen Abgaben auf kommunaler wie höherer Ebene stöhnt und schwindet ist weder Teil dieser Erzählung noch der Pk selbst. Auch von ihren journalistischen Zuarbeitern fragt keiner nach.
Ihr Vortrag zu Beginn klang zuversichtlich, stolz und trotzig. Ihre Maßnahmen, die sie auflistete sollten beruhigend und sachlich erscheinen - wer aufmerksam zuhörte kann den Inhalt aber nur als lächerliche Beruhigsmaßnahme abtun. Ich zitiere der Schnelligkeit halber aus der Mitschrift.
(...)was zum Beispiel Ausreisen aus terroristischen Gründen anbelangt, (1.) den Entzug des Passes, (2.) die verbesserte Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Zusammenhang mit dem Verfassungsschutz, (3.)die Einführung der Vorratsdatenspeicherung, (4.) den besseren Informationsaustausch zwischen den einzelnen Sicherheitsbehörden oder (5.) die Beendigung des völlig sorglosen Umgangs mit Prepaid-Handys.
Weiter:


(6.) Wir haben auf europäischer Ebene vieles in Gang gebracht, zum Beispiel ein Europäisches Zentrum zur Terrorismusbekämpfung bei Europol. (7.) Wir haben endlich ein europäisches Fluggastdatensystem in Europa verabschiedet. (8.) Wir werden ein Ein- und Ausreiseregister schaffen. Einen Grundsatzbeschluss dazu gibt es in Europa. (9.) Wir haben auch schon jetzt die Zahl der Stellen bei den Sicherheitsbehörden in ganz Deutschland erheblich erhöht, vor allem aber auch beim Bund.
Mal abgesehen, dass sie sich mit fremden Federn schmückt - die europäische Zusammenarbeit wird seit ich denken kann angemahnt und mit Interpol gibt es bereits seit Jahrzehnten eine Behörde, die schon längst kooperative Informationssammlung betreiben könnte. Sogar über die Grenzen Europas hinaus. Das Problem dabei war und besteht entgegen der merkelschen Behauptungen weiter: Souveränität äußert sich auch in der Bürokratie und Polizeiarbeit. Soll heißen: die Behörden, die Beamten und ihre Vorgesetzten entscheiden, was wann wo eingegeben wird und oft genug auch, wer es lesen kann. Wir haben im NSU Fall erlebt, dass der deutsche Föderalismus, man mag von ihm halten was man will, gerade bei der Polizei zu massiven Informationsstaus führt. Die Bundesebene will und kann nicht jede Information zu jedem Verbrechen verarbeiten.
Gehen wir aber Punkt für Punkt ab.
1. Entzug des Passes ausgereister Terroristen. Was diese Maßnahme bringen soll, ist mir ein Rätsel. Die Staatsbürgerschaft kann nicht entzogen werden (auch nicht eine gerade erst verliehene) - u.a. das unterscheidet die BRD vom 3. Reich und der DDR.
Damit bleiben bestimmte Grundrechte, die dem Staatsbürger garantiert sind bestehen. Ausgereiste Terroristen, die so an der Einreise gehindert werden sollen, müssen sich veralbert fühlen. Spätestens mit der von Merkel angestoßenen und geschützten Völkerwanderung wurde es ihnen ein leichtes Spiel, in unser Land zu kommen - oder andere europäische Staaten.
Ausreisewillige Terroristen werden so zwar im Land gehalten - aber wie man in der Normandie gesehen hat sind die Folgen eher negativ für uns. (Einer der beiden Täter war mit 19 Jahren bereits zwei Mal an der Ausreise in den Irak gehindert worden und stand auf der Terrorliste).
2. Bessere Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Verfassungsschutz. Dieses Versprechen hört man jedes Mal. Laut Aussage eines älteren, pensionierten Bundespolizisten in meinem Umfeld wurde dies schon in den 70ern versprochen, als die RAF umging, und Informationen in den Kreis- oder Landesstellen festhingen und nicht auf Bundesebene gelangten. Konkrete Maßnahmen nennt die Kanzlerin nicht.
3. Vorratsdatenspeicherung verhindert keine Radikalisierung und keinen Terror - sie hilft der Aufklärung. Ist jemand auffällig geworden, kann man die gespeicherten Daten (über einen relativ überschaubaren Zeitraum) einsehen. Dafür muss aber erstmal etwas vorliegen. Wie wir gerade durch die Entschuldigungs- und Ablenkungsmanöver unserer Journalisten wissen, waren weder die Täter von Nizza noch von Würzburg oder von Ansbach auf dem Radar der Anti-Terror-Einheiten und standen nicht auf den Listen (wie der Attentäter von Orlando, den die political correctness davon befreite). Ihre Nachbarn, Zieheltern, Eltern und Bekannten wie Arbeitskollegen fanden sie völlig normal, nicht auffällig. Jedenfalls nicht im radikalislamischen Sinne. Der Täter von Nizza war nicht mal als besonders gläubig bekannt.
Hier kann man dann hinterher einsehen, was genau passierte und geplant wurde.
Das soll nicht heißen, dass sie gar nicht hilft - aber sie ist keine Wunderwaffe und angesichts der jüngsten Beispiele ohne Erklärung als Maßnahme anzuführen ist gedankenlos.
4. ist de facto 2.
5. Beendigung des leichtfertigen Umgangs mit Prepaid Handys. Ernsthaft? Innerhalb der Behörden oder der Bevölkerung? In der Behörde - dies wäre ein Fall für die Innere Revision. Keine Maßnahme gegen Terror. In der Bevölkerung? Was soll das bewirken? Effektiv sind auch vollautomatische Waffen und Sprengstoffe bei uns verboten - ohne dass dies einen nennenswerten Effekt auf Kriminelle und Terroristen hätte. Einbrecherbanden düsen mit ganzen Wagenladungen voll Beute über unsere Autobahnen, Schleuser bringen LKWs voller "Flüchtlinge", organisierte Kriminelle schleusen Frauen zur (Zwangs-)Prostitution und selbst ein 18jähriger kommt an eine illegale Schusswaffe. Vom Drogenhandel mal gar nicht zu sprechen.  Wem sie vormachen will, dass Kommunikation verhindert werden kann, muss mit geschlossenen Augen umherlaufen.
Schmuggel ist in Europa (u.a. dank offener Grenzen) heute florierender als je zuvor. Die Täter von Paris im November kommunizierten wohl u.a. über Chatrooms auf der Playstation. Das Internet ist voll von Chatrooms. Funkgeräte mit Reichweiten von 20 km sind leicht zu beschaffen oder zu bauen.
... Hier wird erstmals eine Detailmaßnahme genannt - und diese ist mehr Geste als Hilfe.
6. Europol und das Zentrum für Sicherheit. s. 2. Es ist auf dem Weg. Mehr auch nicht. Bürokratie und die auszuhandelnden Details werden keine schnelle Aufstellung zulassen. Auch die dort eingesetzten Beamten müssen irgendwoher kommen.
7. Das Fluggastdatensystem wurde a) erst verabschiedet und ist b) Dank Merkels Flüchtlingspolitik obsolet geworden. Lediglich wenn die Terroristen sich entscheiden unter Klarnamen mit einem den Anti-Terror-Gruppen bekannten Paß zu reisen würde dies helfen.
8. Ein- und Ausreiseregister. s. 7. Erneut: ernsthaft? Wir haben die Spur von tausenden Einwanderern aus dem Jahr 2015 verloren. Angefangen bei "unbegleiteten Jugendlichen" und Kindern bis hin zu ganzen Familien. Wie in Würzburg festgestellt, waren die Daten des VOR der Flüchtlingswelle eingereisten nicht korrekt.
Und während Kanzleramts- und Innenminister uns wortreich erklären, dass die Flüchtlinge nicht mehr oder weniger zu Gewalt und Terror neigen, als die eigene Bevölkerung klingt dies doch sehr nach Maßnahmen, die der Realität Rechnung tragen. Und diese lautet in Bezug auf besagte Behauptungen: doch.
9. Stellenerhöhung. Die Leute müssen ausgebildet werden und Erfahrung sammeln. Niemand überspringt die Ausbildung und legt ein Meisterstück hin - und nichts anderes erwarten wir von den Behörden. Ein kleiner Fehler und Menschen sterben.
Außerdem müssen die Stellen besetzt werden. Geeignete Kandidaten die auch Willens sind ihr Leben einer Sache zu opfern (denn das tun solche Beamte, Familienleben und Freizeit bleiben Träume) wachsen nicht auf Bäumen und wir hatten bereits mehrere Fälle von Radikalen, die sich in Polizei oder Sicherheitsbehörden eingenistet hatten.

War ihre Rede bis hierhin schon wenig glaubhaft, folgt nun eine Auflistung von Unsinn und Schrott, wie ich ihn schon eine Weile aus deutschen Politikermündern kenne.
Das heißt, wir brauchen hier ein (I.) besseres Frühwarnsystem, das Behörden auch ein Tätigwerden ermöglicht, sobald im Rahmen des Asylverfahrens oder bei Integrationsmaßnahmen zum Beispiel Hinweise auf eine Radikalisierung erkennbar sind.
Zweitens. Wo immer notwendig, wird auch der Bund personelle Maßnahmen verstärken oder aber die technische Ausstattung verbessern. Wir werden sicherlich im Herbst bei den Haushaltsberatungen im Zusammenhang mit den parlamentarischen Verfahren darauf zurückkommen.
Drittens. Wir haben bereits beschlossen, und das sollte jetzt aus meiner Sicht beschleunigt geschehen, dass wir eine zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich - das heißt, im Wesentlichen zur Entschlüsselung der Internetkommunikation - aufbauen, bekannt unter der Abkürzung ZITiS. Diese Behörde sollte schnellstmöglich aufgebaut werden.
Viertens. Wir haben jüngst das Weißbuch des Bundesverteidigungsministeriums verabschiedet. Es ist jetzt an der Zeit, Übungen für terroristische Großlagen durchzuführen, die wir nach der geltenden Verfassungsrechtsprechung auch durchführen können, bei denen unter der Führung der jeweiligen Polizei dann auch die Bundeswehr mit eingebunden werden kann.
I. Ein besseres Frühwarnsystem? Es geht hier nicht um Tsunamis. Unsere Behörden arbeiten mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln (und das bedeutet auch gesetzliche Rahmenbedingungen und political correctness) an der Verhinderung. Da die Radikalisierung aber drastisch und verleugnet zunimmt und mit den offenen Grenzen ein wichtiger Damm angestochen wurde, ist die Flut nun kaum mehr zu bewältigen. Verschiedene Täter in Frankreich standen auf den Terrorlisten - und es nützte gar nichts. Eingereiste Täter waren als Islamisten bekannt. Es nützte nichts. Der Täter von Frankfurt wie der (Amok-)Schütze aus München planten ihre Tat, besorgten sich Tatmittel - aber waren weit davon entfernt der Polizei aufgefallen zu sein und so einen Alarm auslösen zu können.
Die Äußerung ist eigentlich zu vage um sie im Detail zu kritisieren. Wie soll das System aussehen? Aber gleichzeitig impliziert es etwas. Mit neuen Behörden, Mitteln und Methoden können wir die Terroristen früher erkennen. Und das haben uns die letzten vier Jahre gezeigt ist definitiv NICHT möglich.
Wie oben bereits gesagt waren alle Täter vorher nicht auffällig - auch als sie bereits radikalisiert waren oder als Täter einreisen.

II. Das ist eigentlich die 9 mit den besagten Problemen. Hier fügt sie nur an, dass die Mittel dafür in einer Haushaltsdebatte beantragt werden - was de facto eine Verzögerung bedeutet und eben nicht "bereits auf dem Weg ist".
III. Eine weitere Behörde, diesmal um im Internet die Kommunikation zu entschlüsseln. Das lasse ich bewusst unkommentiert stehen. Theoretisch müsste dies im Internet die meist diskutierte Aussage sein...
IIII. Bundeswehr im Inneren... Für unsere Gründungsväter kein leichtfertig einzusetzender Umstand und selbst für die Nachfolgenden eher ein Schrecken als eine Lösung. Dementsprechend schwer wird dies umzusetzen sein. Art. 87a regelt dies und besonders Absatz 4 sagt alles aus:
 Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung, wenn die Voraussetzungen des Artikels 91 Abs. 2 vorliegen und die Polizeikräfte sowie der Bundesgrenzschutz nicht ausreichen, Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen. Der Einsatz von Streitkräften ist einzustellen, wenn der Bundestag oder der Bundesrat es verlangen
Der Verweis auf Artikel 91 sollte nicht zu sehr verwirren, dieser besagt lediglich, dass die Bundesregierung die Weisungsbefugnis an sich reißen kann, wenn die besagte Ordnung in Gefahr ist und die Landesregierung unwillens oder unfähig ist.
Wichtig ist die Formulierung: Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung.
Wichtig, weil diese durch den Terror nicht gegeben ist. Der Staat zerfällt dadurch nicht, die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist ebenfalls nicht gefährdet - wobei letzteres je nach Interpretation wohl erreichbar wäre. Etwa wenn während der Wahlen die Bevölkerung erpresst wird oder die Wahlen selbst schwer angegriffen und darum nicht frei durchführbar wären.
Rechnet die Regierung mit solchen Dingen?
Scheinbar, denn vor der Auflistung ihrer Projekte sagte Merkel:
Wir tun alles Menschenmögliche, um die Sicherheit in unserem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat zu gewährleisten.
Grundordnung ist hier noch durch Rechtsstaat ersetzt. Aber der Absatz zum Einsatz der Bundeswehr und diese Formulierung liegen beachtenswert nahe beieinander.
Mir persönlich gefällt der Gedanke nicht. Die Armee ist, wie es eine Filmfigur in "Ausnahmezustand" sagte, ein Breitschwert. Die produzierten Bilder, die Konfrontation wird nicht positiv ablaufen und die Ergebnisse werden bestenfalls unbefriedigend sein - denn Polizeiarbeit kann sie nicht leisten und von Soldaten die gleiche Zurückhaltung und Selbstopferung wie von jahrelang geübten Beamten zu erwarten ist illusorisch. Wir haben dies bereits verschiedentlich gesehen.
Zudem ist mir eine Armee unter Weisung der Kanzlerin oder gar von der Leyens eine schlafraubende Perspektive.

Aber es geht noch weiter:

Fünftens. Wir müssen alle Forschungsvorhaben, die es bereits gibt, zum islamistischen Terror und zu den Hintergründen dessen, wie Menschen radikalisiert werden, fortsetzen und gegebenenfalls noch erweitern. Dann müssen wir die entsprechenden Schlussfolgerungen im präventiven Bereich ziehen. Der Bundesinnenminister und die Bundesfamilienministerin haben jüngst über ihre Präventionsmaßnahmen berichtet. Aber wo immer notwendig und erkennbar, muss das erweitert werden.
Sechstens. Wir müssen europäische Anstrengungen natürlich auch vervollständigen. Hierbei geht es vor allen Dingen darum, eine schnellstmögliche Vernetzung aller bestehenden Dateien auf dem europäischen Gebiet hinzubekommen. Wir werden als Staats- und Regierungschefs am 16. September auch genau diesen Punkt beraten und dann auch die Innenminister bitten, das beschleunigt voranzubringen.
Siebtens brauchen wir jetzt eine schnellstmögliche Verabschiedung des neuen europäischen Waffenrechts, im Rahmen dessen dann zum Beispiel - das werden wir sehr schnell in nationales Recht umsetzen - auch der Handel mit Waffen oder der Kauf von Waffen nicht mehr direkt online möglich sein wird, sondern nur noch mithilfe eines Händlers.
Wir werden achtens - darüber habe ich gestern mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama gesprochen - die Kooperation mit den befreundeten Diensten verstärken, um auch die Aufklärung zu beschleunigen und das Kommunikationsverhalten solcher Täter besser analysieren zu können.
Neuntens werden wir die Rückführungsanstrengungen verstärken müssen. Wir haben hierfür erste Ansatzpunkte gehabt, aber wir müssen zum Beispiel auch weiter mit Afghanistan zusammenarbeiten, um innerstaatliche Fluchtalternativen zu finden und um auch Rückführungen möglich zu machen. Auch die Zusammenarbeit mit den nordafrikanischen Ländern muss verbessert werden. Ich begrüße es sehr, dass der Bundesinnenminister und einige Bundesländer heute vereinbart haben, bei McKinsey eine Studie zu der gesamten Kette der Rückführungsbemühungen in Auftrag zu geben, weil wir hier schon einiges erreicht haben, aber nicht so vorankommen, wie das gewünscht wird.
V. Bislang haben sämtliche Studien zum Islam in Deutschland, die ein einigermaßen oder generell kritisches Bild zeichneten vor allem eines erlebt: ihre Diffamierung. Selbst von ihren Erstellern. 20% der jugendlichen muslimischen Einwanderer sympathisieren mit Radikalen? Das ist nicht wahr ("falsche Fragen gestellt, die gehen nicht mal in die Moschee usw.") oder es ist die Schuld der Gesellschaft ("zu wenig Willkommenskultur, Alltagsdiskriminierung, Perspektivlosigkeit") wurden reflexhaf hochgewürgt. Kritiker werden an den rechtsextremen Rand gestellt und ebenfalls verfehmt.
Progressive Muslime werden sogar von den Konferenzen ausgeladen.
Merkels Politik hat hier bislang rein gar nichts als Verleugnung und Förderung gebracht - da ist es ein Hohn von "Fortsetzung der Forschung" zu sprechen. Islamwissenschaftler, die sich einem konservativen Islambild widersetzten wurden sogar von Schülern und Dozenten attackiert und vom Posten vertrieben (s. Sven Kalisch und Lamya Kaddor - letztere heute ein "Aushängeschild des modernen Islam" und Dauergast im Staatsfernsehn).
Die Familienminsterin hat die Mittel für jeden Kampf außer gegen Rechts zusammengestrichen. Werbemaßnahmen gegen Radikalisierung werden wegen "Rassismus" oder "Stereotypisierung" durch muslimische und linke Kreise angefeindet und wieder eingezogen - wie eine Plakatreihe in Hamburg.
Hier wird also deutlich gelogen.
VI. Datenaustausch -also nochmal die Punkte 2 bis 7, nur noch vager. Einzig die Ankündigung, legalen Handel über das Internet von privat zu privat zu verbieten ist neu - und hat absolut nichts mit den Vorgängen der letzten Wochen zu tun. Eine solche Plattform ist eGun - die gesetzlichen Auflagen reichen völlig aus um hier eben nicht Terroristen mit Waffen zu versorgen.
VII. Mehrere Komissionen der EU haben bereits festgestellt, dass das neue EU Waffengesetz absolut NICHTS gegen die Terrorgefahr unternimmt sondern lediglich Sportschützen, Jäger und Waffensammler aufs Korn nimmt - also die Legalbesitzer, die bislang in keinster Weise involviert waren in irgendeinen der Terroranschläge.
Der Punkt ist besonders widerlich und demonstriert: hier hat jemand keine Ahnung.
Es liegen drei Gegenvorschläge und Verbesserungen der Novelle vor - keine davon würde in Deutschland zu Änderungen führen, die eines der Vorkommen verhindert hätten - bis hin zur RAF.
Das ist übelster Aktionismus und Heuchelei. Nicht den Tätern werden die Waffen genommen, sondern den potentiellen Opfern.
Wäre ich US Amerikaner würde ich dies im Kontext mit der Ankündigung schärferer Bürgerüberwachung und militärischem Einsatz im inneren sehen...
VIII. Die USA, die wegen der NSA Affäre so in der Kritik waren und uns ohnehin bereits Hinweise gaben, wenn sie welche hatten? Die USA, die in den letzten Monaten mindestens zwei größere islamistische Attacken auf ihrem Boden verzeichneten? Der Barack Obama, der das Wort Islam und Islamismus nicht mal in seinen Ansprachen erwähnte und beim Anschlag in Orlando aus einem islamistschen ein "gun control" Problem machte? Das ist wohl die richtige Anlaufstelle.
IX. Rückführungsanstrengung. Zu deutsch: Abschiebung. Der einzige der Vorschläge, der angesichts des Täters von Ansbach sinnvoll klingt - aber im völligen Widerspruch zur Politik und der aktuellen Rechtslage steht. Darum bleibt es wohl bei einer diffusen Absichtsbekundung.

Die Kanzlerin spricht abschließend von einer "Bewährungsprobe" und wiederholt ihr "wir schaffen das" Mantra. Nimmt die Wirtschaft in die Pflicht, die, wie gesagt, ohnehin schon ihre übrige Politik (Atomausstieg, Flüchtlingspolitik, Wirtschaftskrise, EU-Politik etc) trägt.

Es ist nicht ihr Leben, welches in Gefahr ist. Die Terroristen zielen nicht auf unsere Politiker und sie wissen warum. Sie nehmen den "kleinen Mann" aufs Korn.
Wieso nicht ein Journalist kritisch nachfragt - eine Offenbarung des Zustandes unserer Gesellschaft.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Gelebte Märchenwelt

Drei Märchen bzw. Geschichten scheinen dieser Tage wahr zu werden - oder müssten dringend den Kleinsten vermehrt vorgelesen werden.
Des Kaisers neue Kleider
Die drei kleinen Schweinchen (man sehe mir die Disney Version nach, ich fand keine andere auf die Schnelle)
 Kleider machen Leute

Alle drei Geschichten sind wohlbekannt und werden oft verfilmt, vorgelesen und vertont. Aber die darin enthaltenen Lehren werden nicht umgesetzt. Darum gehe ich davon aus, dass sie nicht verstanden werden.
Gemein ist allen Dreien die Bedeutung der Taten. Was unternehmen die Menschen gegenüber dem, was sie von sich geben.
Die Betrüger im Märchen um des Kaisers Kleider behaupten, sie seien in der Lage, das beste und schönste an Kleidung herzustellen, dass man sich nur vorstellen könne und darüber hinaus, aber nur Intelligente Menschen könnten es sehen.
Natürlich wird dies auch so verbreitet und nicht etwa als geheimer Intelligenztest genutzt, und so will keiner dumm da stehen. Alle spielen mit und den Betrügern somit in die Hände. Das Märchen endet gut, die Unschuld überzeugt in Gestalt eines Kindes, der Kaiser geht gegen niemanden vor und das Volk unternimmt trotz des Sturkopfes des Kaisers nichts. Am Ende ist der Schaden zwar da - dieser aber längst nicht so schlimm, so scheint es.

In den drei kleinen Schweinchen bauen zwei Schweinchen ihre Häuser aus billigem, schnell zu verarbeitendem Material - und werden von dem nach ihrem Leben trachtenden Wolf obdachlos gemacht. Erst beim dritten Schwein finden sie Sicherheit, der hatte sein Haus mit viel Mühe und Aufwand und unter dem Gelächter der anderen aus Stein erbaut. Beim Versuch trotzdem an seine Beute zu kommen gerät der Wolf in eine Falle und wird von seinen vermeintlichen Opfern getötet.

Kleider machen Leute ist eigentlich eine Verwechslungs- und weniger eine Betrugskomödie. Ein Schneider wird irrtümlich für einen Grafen gehalten. Da er sich kurz vor der Aufklärung der Lage verliebt, lässt er alle in dem Glauben. Weder mangelndes Benehmen noch die unzureichende Sprache spielen angesichts der Verbreitung seiner vermeintlichen sozialen Stellung eine Rolle.
Er wird verraten und flieht. Doch seine Geliebte und Verlobte findet ihn, stellt ihn zur Rede und kämpft für und um ihn. Am Ende geht auch diese Geschichte gut aus, der Schneider beweist aufrechte Gefühle und Talent in seinem Beruf.

Alle Geschichte könnten direkt aus unserer Zeit und unseren Verhältnissen stammen. Der Gruppenzwang - keiner will als Rechter dastehen und die wenigen die trotzdem etwas tun werden entsprechend angefeindet.
Äußerlichkeiten und Gruppenbindung, die trotz mangelnder Eignung für den Stand dazu führen, dass man in Amt und Würde bleibt. Damit meine ich keineswegs nur die Fälle von Anmaßung, wie jüngst bei einer SPD-Abgeordneten. In Politik und Medienlandschaft scheint es oft zu genügen, nach Außen erfahren, intelligent und vorbereitet zu erscheinen - auch wenn man absolut inkompetent, faul, dumm oder verdorben ist - oder gar mehreres bis alles zusammen. Das sich ein Haufen Laien mit lebenswichtigen Dingen unseres Alltages beschäftigt und darüber bestimmt ist das Eine - dass diese aber weder Sorgfalt noch Gewissen an den Tagen legen etwas völlig Anderes.

Und schließlich wird viel Aufhebens gemacht um Gesetze und Behörden zu schaffen, die unser Leben besser machen sollen, aber in Wirklichkeit nichts als Strohhütten  und grob zusammen genagelte Bretterbuden sind. Solche, die lieber auf Nummer sicher gehen wollen und dafür auch bereit sind etwas auf sich zu nehmen werden verlacht. Am Ende wird die Bedrohung  vermutlich so weit gediehen sein, dass die Lachenden sich zu ihren Opfern flüchten. Ob diese ihnen dann helfen (können) wird sich zeigen.

Ein hervorragendes Beispiel ist der Anschlag von München.
Ein deutsch-Iraner lockt nach einem Jahr Planung seine Opfer zu einem McDonalds und erschießt neun Opfer und verletzt mindestens 14 weitere. Er wird gefilmt, u.a. wie er mit einem ziemlich unverblümt redenden Mann über zwei Dächer hinweg streitet. Kurz nach der Tat wird ein junger Afghane verhaftet, der scheinbar über Tat und Vorhaben informiert war.

I. Rechtsextremer

Heute erschien nun in der FAZ die Nachricht, es handelte sich bei dem Täter um einen Rechtsextremisten.
Aha.
Mal sehen, was das bedeuten soll. Nach der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)
Rechtsextremisten lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab und wollen − auch unter Anwendung von Gewalt − ein autoritäres oder gar totalitäres staatliches System errichten, in dem nationalistisches und rassistisches Gedankengut die Grundlage der Gesellschaftsordnung bilden sollen. 
und weiter
Das rechtsextreme Weltbild ist gekennzeichnet durch Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, völkische Ideologie, Antisemitismus, Geschichtsklitterung, einhergehend mit der Verherrlichung des NS-Regimes und Relativierung bis zur Leugnung des Holocaust, Diffamierung und Ablehnung des demokratischen Rechtsstaats und seiner Institutionen. Nach einer Definition des Bundesverfassungsschutzes ist ''Rechtsextremismus in Deutschland nicht ideologisch homogen. Eine Überbewertung ethnischer Zugehörigkeit und eine gegen den Gleichheitsgrundsatz gerichtete Fremdenfeindlichkeit sind allerdings bei allen Rechtsextremisten festzustellen.'

Der Verfassungschutz bietet etwas ausführlicher an:

 Vielmehr tritt er in verschiedenen Ausprägungen nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologieelemente und mit unterschiedlichen, sich daraus herleitenden Zielsetzungen auf. Dabei herrscht die Auffassung vor, die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse entscheide über den Wert eines Menschen.
Neben diesen Ideologiefragmenten verbindet Rechtsextremisten in aller Regel ihr autoritäres Staatsverständnis, in dem der Staat und das nach ihrer Vorstellung ethnisch homogene Volk als angeblich natürliche Ordnung in einer Einheit verschmelzen. Gemäß dieser Ideologie der „Volksgemeinschaft“ sollen die staatlichen Führer intuitiv nach dem vermeintlich einheitlichen Willen des Volkes handeln.
Unverzichtbare Ideologieelemente für die überwiegende Mehrheit der deutschen Rechtsextremisten stellen der – offen, unterstellend oder verbrämt geäußerte – Antisemitismus und der Geschichtsrevisionismus dar. Letzteres steht für eine ideologisch motivierte Umdeutung historischer Tatsachen, die eine verfälschende Geschichtsbetrachtung propagieren. In den vergangenen Jahren hat das Aktionsfeld der „Islamfeindlichkeit“ als eine moderne Form der Fremdenfeindlichkeit für die rechtsextremistische Szene an Bedeutung gewonnen.

Und nun legen wir diese Merkmale, die selbst das nach linksneigende Laienlexikon Wikipedia anführt, an den Täter aus München an.

- Nationalist. Wissen wir nicht. Sein Vater ist Iraner, bislang haben wir von keinen Fahnen oder Devotionalien gehört, keine Zeugenaussagen und kein Video welches übermäßigen Nationalismus belegen würde
- Antisemitismus. Wissen wir nicht. Das gleiche wie im Fall des Nationalismus.
- Islamfeindlichkeit. Wissen wir nicht. War er selbst Muslim? Nicht bekannt, aber eine naheligende Möglichkeit angesichts der familiären Herkunft. Bleibt aber Spekulation. Bislang wurde nichts über Moscheebesuche bekannt und entsprechende Ausrufe finden sich ebenfalls nicht in den Zeugenaussagen.
- Faschismus. Wissen wir nicht. Aber es kommen Erkenntnisse an die Öffentlichkeit, nach der er Hitler verehrte. Er rühmte sich wohl damit am gleichen Tag geboren worden zu sein. Wie weit er sich mit einem autoritären und omnipräsenten Staat anfreundete ist nicht bekannt.
- Geschichtsrevisionismus. Wissen wir nicht. Auch bei der Pressekonferenz des bayrischen Innenministers Hermann kam dazu keine Information.
- Rassismus. Im Video hört man ihn auf Türken fluchen und sagen, er sei Deutscher und hier geboren. Die FAZ berichtet über Zeugenaussagen, er habe sich als Arier bezeichnet und gegenüber Türken und Arabern darum ein rassistisches Höherwertigkeitsgefühl aufgebaut. Seine Opfer stammen aus Albanien, der Türkei und scheinbar aus Europa (die Herkunft zweier Opfer wird interessanterweise nicht angegeben). Dies wird als Beleg angeführt, er hätte noch mehr Menschen töten können. Ausgelassen wird hier die Herkunft seiner überlebenden Opfer. Diese scheinen nicht zu zählen - auch nicht der Mordversuch an ihnen, denn die FAZ schreibt zynisch:
Für die Annahme, dass S. aus rassistischen Motiven heraus tötete, spricht auch, dass er mehr Menschen hätte umbringen können – er führte 300 Schuss Munition bei sich.
Auch die Betonung seiner Geburt in Deutschland im Abgleich mit den Geburtsorten seiner Opfer scheint die Journalisten, Politiker und Polizisten nicht zu beschäftigen. 
Rassismus ist kein Alleinstellungsmerkmal deutscher Rechtsextremisten (so heilsam dies für manchen Flecken dieser Erde wäre). Im Orient geht es da heiß her. Es folgen Pauschalisierungen - sie sind nicht allgemeingültig sondern beziehen sich auf stark verbreitete Denkweisen - oder besser Gefühle.
Türken hassen Kurden, Armenier, Araber und Israelis. Auch die Palästinenser sind nicht wirklich beliebt. Umgekehrt betrachten viele Araber die Türken mit Abscheu, blicken auf die Perser und Jemeniten herab. Unter Arabern wie den arabischen Nordafrikanern ist "Abu" noch immer verbreitet um Menschen dunkler Hautfarbe zu umschreiben - kürzer gesagt, Rassismus gegen Schwarze ist noch immer verbreitet und konnte während des arabischen Frühlings u.a. bei Lynchkommandos gegen Gastarbeiter beobachtet werden.
Wir wissen außerdem, dass der Täter von München als Mitwisser einen  jungen Afghanen hatte. Und an der Schule seinerseits inbesondere von Türken und Arabern gemobbt wurde. Dies klingt nicht nach dem bekannten ausländerfeindlichen Rassismus deutscher Extremisten.
Die Iraner (ich schreibe bewusst nicht Perser) haben sich auch in Sachen Hitler und Geschichtsrevisionismus hervorgetan. Längst vergessen der eindeutige Ausdruck dessen bei einem Freundschaftsspiel der iranischen gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft 2004.
Zwar bemühte sich das deutsche Fernsehn, die speziellen Grüße so wenig als möglich zu zeigen und zu marginalisieren, ab 1:20 aber sind sie deutlich zu sehen.

Sind die Iraner Rechtsextremisten? Oder begegnen sich hier zwei Ideologien in einigen Gemeinsamkeiten, welche sie zu Verbündeten macht? Letzteres darf nicht besprochen werden. Vergleiche mit den Nazis sind außerhalb deutscher Reihen nicht erlaubt. Das machte die ARD klar, als sie im Kommentarbereich zu den Meldungen bzgl. Erdogans derzeitigen Aktion ankündigte, alle Vergleiche zu zensieren.


Angesichts dieses sehr differenzierten Hintergrundes ist die Bezeichnung Rechtsextremist für den Amokläufer von München mindestens so vorschnell, wie der Islamist. Doch gegen den wehren sich deutsche Medien und die "Aufrechten" deutlich, egal wie eindeutig die Sachlage ist.

Und das soll keineswegs die Gewalt- oder Tötungsbereitschaft Rechtsextremer in Frage stellen. Ob NSU, totgeprügelte Einwanderer, Bomben am Oktoberfest oder Brandstiftung an bewohnten Häusern - wir haben genug Beweise gesehen, dass Rechtsradikale zu mehr bereit sind, als erhobene rechte Arme und Revisionismus.


II. Schusswaffenmorde

In Nizza wurde ein LKW benutzt um 84 Menschen zu töten, dutzende weitere zu verletzen. Wie immer bei diesem Hintergrund der Anschläge erfahren wir wenig über das weitere Schicksal der Opfer. Sind alle durchgekommen, werden sie wieder vollständig gesund...?
Schon die Tatsache, dass dieses Tatmittel nicht zum ersten Mal benutzt wurde, sondern es eine ganze Reihe vorhergehender, nicht annähernd erfolgreicher Angriffe mit Fahrzeugen bspw. auf Weihnachtsmärkte gab wird kaum erwähnt und ist nahezu allen Menschen mit denen ich spreche unbekannt.
Die unmittelbar vorhergehende Tat, der Mord an einem Polizistenehepaar vor den Augen ihres kleinen Kindes mit Messer und Beil ist schon verdrängt. Die Bomben vom Flughafen Brüssel und den Tätern von Paris sind zur Nebensache verkommen, ebenso wie Axt und Messer des Würzburger Terroristen. In München wurde eine einzelne Pistole benutzt.
An dieser Stelle muss ich auch erneut auf den obigen Absatz zurückkommen.
Die Gesinnung des Täters könne man auch an den Opfern ablesen.
Für die Annahme, dass S. aus rassistischen Motiven heraus tötete, spricht auch, dass er mehr Menschen hätte umbringen können – er führte 300 Schuss Munition bei sich.
Meines Wissens führte der Täter diese 300 Schuss in seinem Rucksack mit. Je nachdem welche Pistole der Firma Glock bzw. welche Magazine er für diese Waffe besaß, konnte er bis 17 Schuss in die Waffe einführen und hintereinander verschießen. Ob er mehr als ein Magazin besaß und wenn ja, wie viele konnte ich bislang nicht herausfinden. Daher gehe ich von zweien aus. Das heisst, er hatte ca. 34 Schuss, von denen er 17 erst durch ein schnelles nachladen zuführen musste. Jeder, der glaubt, so ein Magazinwechsel sei eine naturgegebene Fähigkeit hat offensichtlich keine Ahnung - zumal unter Stress. Hier ein paar Videos von Profis und Semi-Profis des Schießsportes wie es geht, was man alles beachten muss, und wie es auch schief gehen kann. Bitte beachten: die Ausrüstung dieser Leute ist auf schnelle Magazinwechsel ausgelegt - der Täter von München hatte nichts dergleichen.
Trotzdem gelang es ihm, 9 Menschen, die meisten davon jung und vor ihm fliehend, zu erschießen und mindestens 14 weitere zu verletzen - die meisten vermutlich durch Treffer, darunter mindestens ein Kopfschuss.
Das Video, welches ihn vor dem Schnellrestaurant einfing, zeigt, wie er sehr schnell hintereinander mehrere Schüsse abgibt und davon treffen nach Rekonstruktion mehrere, auch tödlich.
Hatte er nicht mehr als zwei Magazine, so hätte er diese erst wieder befüllen müssen. Ein durchaus aufwendiger Vorgang, der am besten in Ruhe vollzogen wird. Ober dies bei seinem Rückzug vorhatte oder schon tat ist mir nicht bekannt.
Wären alle 300 Schuss in Magazinen gewesen, so hätte er  etwa 18 Magazin gebraucht. In seinem Rucksack wären diese trotzdem nur umständlich zu erreichen gewesen.
Es ist ausgesprochen zynisch, welt- und sachfremd zu behaupten, er hätte trotz der großen Zahl an Munition in seinem Rücksack darauf verzichtet, mehr Menschen umzubringen und dies als Beweis für seinen Rassismus anzuführen.

Die Waffe selbst wird thematisiert und besonders unser ehemaliger Umweltminister Gabriel, der jetzt den Vizekanzler mimt, fordert schärfere Gesetze.
Die Waffe wurde illegal reaktiviert.
Die vorausgehende Deaktivierung erfolgte nicht nach deutschen Maßstäben, die seit mehreren Jahren gelten und irreversibel sind.
Die Waffe wurde illegal über das Darknet besorgt.
Die Munition wurde auf dem gleichen Weg ebenso illegal besorgt.
Auch hier gilt: jemand ohne Ahnung will lediglich so tun, als wäre er besorgt um unser Wohl und würde aktiv. In Wahrheit ist dies nur Aktionismus, der absolut nichts bringt, außer den Legalwaffenbesitzern, die nach allen Polizei- und Geheimdienstberichten keine Gefahrenquelle sind,  das Leben zu erschweren und ihre Freiheit zu beschneiden.
Mehr deutsche Gesetze verhinderten diese Tat bestimmt nicht.

 

III. Islamist? Nicht doch....

In Nizza, Würzburg und Ansbach wurde jedesmal jeder der kurz nach der Tat von Islamisten sprach als islamfeindlicher, vorurteilsbehafteter Rechter dargestellt. Journalisten bemühten sich in allen Fällen Entschuldigungen und andere Motive aufzutun oder sogar zu kreieren. Ob Petra Sorge im Cicero den Schlachtruf des Massenmörders von Nizza versuchte zu leugnen und dabei die Glaubwürdigkeit der Tatzeugen (durch das Trauma selbst Opfer) absprach, Artikel in allen größeren Zeitungen und Zeitschriften über "was wir nicht wissen" oder die vielen Schreiber, welche dem Attentäter von Würzburg selbst nach einer riesigen Latte an Beweisen lieber eine Geisteskrankheit als Ursache unterjubelten nur um unmittelbar darauf durch ein Bekennervideo auf einer IS Plattform als Entschuldiger und Verharmloser entlarvt zu werden. Oder die Versuche u.a. der heute show u.a. durch den #ISbekenntsich die Beanspruchungen des Terrorstaates lächerlich und unglaubwürdig zu machen - nur um in besagte Bekennervideofalle zu laufen und selbst den letzten Rest Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Anders als dargestellt beansprucht der IS eben keineswegs alles, was derzeit an Anschlägen passiert. Fast alle von ihm beanspruchten Attentate konnten auch zu ihm zurückgeführt werden. Viele davon durch Bekennervideos. Zum Anschlag von München erfolgte ebenfalls schnell eine Reaktion - aber keine Beanspruchung, sondern "lediglich" Glückwünsche.
Auch die Beschäftigung mit dem IS dabei fällt unter den Tisch. Ich halte die Diskussion rund um die Beanspruchungen darum für eine weitere Ablenkung. Ob islamistisch aus eigener Radikalisierung, ob für Al Quaida, Al Nusra oder eben den IS - der Hintergrund bleibt gleich.
Angesichts der langen Reihe gelungener islamistischer Anschläge in den letzten Jahren ist der zynische Humorversuch der Medien dementsprechend widerliche Ablenkungs- und Entschuldigungspolitik, um sich der Diskussion und den sicherlich ebenfalls aufziehenden extremen Haltungen entgegen zu stellen.
Auch das Credo "das hat nichts mit dem Islam zu tun" war zu hören - allerdings erst als letzte Ausweichsstrategie, wenn die Verleugnung der Morde selbst versagt hatte.
Der youtuber "Kraut and Tea" legt (auf englisch aber mit deutschen Screenshots bzw. in einem leider sehr von Tonproblemen geplagten Gespräch mit einem anderen youtouber) sehr ausführlich dar, wie die lokale Presse nach der Explosion von Ansbach erstmal versuchte, "harmlose" Erklärungen zu finden. Dünger- und Gasexplosion wurden aufgefahren. Auf Twitter hofften unterdessen die Realitätsfremden, dass es sich um einen rechtsradikalen Anschlag gehandelt haben möge.

Soweit also die Verweigerung des Offensichtlichen. Die Presse tritt nackt zur Parade an, das Volk wagt kaum etwas zu sagen, auch wenn es nur allzu deutlich ist, dass der Kaiser ungleidet auftritt.
Lediglich gegen Künast, die MdB, welche der Polizei vorwarf, den sie angreifenden Terroristen nicht "kampfunfähig" geschossen zu haben, traf ein wenig Widerstand.
Natürlich treten auch wieder allerhand Experten auf. Gewandet in die vermeintliche Reputation, ihre Ämter, welche sie ohne jeglichen Eignungsnachweis bekommen konnten oder einfach ihrer Bekanntheit erklären sie uns, wie die Welt funktioniert. Warum wir selbst schuld sind, dass wir unser Leben nicht verändern lassen dürfen, dass jede Angst und jede Äußerung, etwa die von Comedian Mario Barth direkt "fischen am rechten Rand ist".
 Auch hier blamiert sich die Presse gnadenlos. Mario Barth hatte einen Text gepostet. Wer den Komiker kennt, weiß, er behauptet nicht von sich gebildet oder besonders intelligent zu sein. Im Gegenteil. Seine Art ist recht einfach gehalten. Nun schrieb er
Es wird immer schwieriger zu schreiben, wie man etwas empfindet, da man entweder dann ein "Hetzer", ein "Angstverbreiter", ein "Natzi", ein "Publizist" oder ein "Idiot" ist. Ich versuche es trotzdem. Ich verstehe die Welt momentan nicht!!! Unserer Innenminister, der sehr "sympathische" Thomas de Meiziere, sagt so etwas wie"...alles soweit in Ordnung bla bla..." oder so etwas wie "...wenn ich Ihnen alles sagen würde, würde Sie das beunruhigen bla bla" Erst Würzburg, jetzt München, vorher Nizza. Was kommt denn als nächstes?? Ich weiß ich bin eigentlich für Comedy zuständig. Ich werde immer wieder gefragt, ob es auch andere Momente gibt. Ja, dieser!!! Ich bin sprachlos.
Über Form und Rechtschreibung kann man diskutieren (irgendwann werde auch ich meine Text korrektur lesen bevor ich sie absende...) - inhaltlich ist es eine klare Bestandsaufnahme die von der Reaktion seines Kollegen Michael Mittermeiers und der Presse denn auch prompt bestätigt wird.
Mittermeier
 Ich bin auch sehr geschockt von den aktuellen schlimmen Ereignissen der letzten Wochen, und ich teile mit Euch diesen Post von Mario Barth, weil er gut zur Diskussion „Wo sind die Grenzen in der Comedy?“ passt. Nämlich für mich hier! Danke, dass sich Mario selbstlos zur Verfügung stellt – es könnte auch heißen: „Mario Barth deckt sich auf.“ Wie dieser Post geschrieben ist, gespickt mit Best-Of-Besorgte-Bürger-Floskeln, das nennt man Fan-Fischen am billigen Rand. Damit ist er in einer romantischen Linie mit Horst Seehofer: „Es soll keinen Komiker rechts von mir geben.“ (...)
Er rät seinem Kontrahenten u.a. einem Spruch seiner eigenen Marke zu folgen und "die Fresse zu halten".
Er macht also genau das, was Barth beklagt - er macht aus dessen offen geäußerten Gefühlen eine Rechte, eigentlich Rechtsradikale Gesinnung.
Die Presse bejubelt ihn dafür. Die Huffington Post zeigt ihrerseits die Geisteshaltung ihrer Redakteure. Unter dem Titel "Nach Mario Barths Hetz-Post: So genial weist ihn Michael Mittermeier zurecht" bezieht sie Stellung.
Barth "hetzt" und Mittermeier "weist zurecht". Früher hätte eine Belehrung unter Komikern vielleicht eine Debatte darüber ausgelöst, ob dies unter erwachsenen Menschen nicht eine arrogante Haltung wäre - heute ist es Grund zu jubeln, zumindest wenn die "richtige" Meinung vertreten wird.
Das auch Mittermeier nicht faktenfest ist und in all seinem Bemühen Barth als dumm darzustellen selbst neben dem ein oder anderen Fehler im Text dann sich widerspricht und von einer durchtriebenen Marketingstrategie ausgeht - Nebensache.
Mich persönlich stört der mangelnde Widerspruch gegen Mittermeiers Behauptung unser Innenminister kämpfe an vorderster Front. Das ist die wirkliche Menschenverachtung. Die Frontlinie, das ist dort, wo Terroristen Menschen massakrieren. Die Opfer und die potentiellen Opfer, DIE stehen an der Frontlinie. Die Polizisten, die den Terroristen "kampfunfähig schießen" sollen und Wohnungen mit möglichen Sprengfallen stürmen, die damit leben müssen ein Leben genommen zu haben oder selbst dem Tod ins Auge blicken, die durch Ströme aus Blut und über Berge aus Leichen und Verletzten ins Bataclan klettern um gegen Schwerbewaffnete zu kämpfen; Rettungskräfte die ein weinendes kleines Mädchen auf der Leiche seiner Mutter im Brüsseler Flughafen sitzen lassen müssen, während sie denen helfen, denen noch zu helfen ist - DAS sind die Menschen an vorderster Front.
Vor wenigen Tagen wurde ein interner Bericht veröffentlicht, nachdem die Beamten, die das Bataclan stürmten sich übergeben mussten. Die Opfer der Terroristen wurden nicht einfach ermordet. Die Beamten fanden verstümmelte Leichen (Menschen mit schwachem Magen bitte zum nächsten Absatz springen, ich lasse Raum). Die Mörder hatten nicht, wie anfänglich berichtet, sich stundenlang mit Exekutionen aufgehalten. Sie hatten gefoltert. Die Beamten fanden herausgepulte Augen. Männern waren die Geschlechtsteile abgeschnitten und in den Mund gestopft worden. Frauen waren mit scharfen Gegenständen vergewaltig worden oder ihre Genitialien wurden mit scharfen Gegenständen verstümmelt. Darum wurden verschiedene Leichen den Familien nicht übergeben bzw. gezeigt, bevor man sie beerdigte.
Mittermeier (l.) und Barth. Quelle: Focus




Dieses Bild verfolgt mich, seitdem ich davon las. Ich habe Bilder ähnlicher Vorgänge aus verschiedenen Kriegen und den aktuellen Ereignissen in Syrien und Irak gesehen. 
Diese Opfer und diese Beamten, die Sanitäter und die Familien - das sind die Menschen an der Front. Wer das negiert, wer diese Menschen so ignoriert, dem sind Leben in Wirklichkeit egal. Dem geht es um eine bestimmte Klientel, wie den anderen Extremen auch.
Wie sich da jemand hinstellen kann und behaupten, unser Innenminister stünde an vorderster Front ist entweder unglaublich zynisch oder in einer arroganten Weise uninformiert und desinteressiert, dass es mir die Haare zu Berge stehen lässt.
Und damit sind wir bei den Schweinchen. Die Frage nach der Sicherheit wird entweder beantwortet mit "wir dürfen uns durch den Terror nicht unser Leben bestimmen lassen" - der Hütte aus Stroh über "wir müssen die Waffengesetze verschärfen und strengere Kontrollen an öffentlichen Plätzen einführen" - dem Haus aus Holz.
Wie das Haus aus Stein aussieht, dass kann ich nicht genau sagen. Aber das der Eingang dazu aus der ehrlichen Diskussion ohne Verfehmung auf der Basis der Meinungs- und Redefreiheit sein muss, dass weiß ich genau.



Mittwoch, 27. Juli 2016

In eigener Sache: Letzten vier Tage offline

Gerade wie einige Kommentatoren gemerkt haben dürften, war ich die letzten vier Tage offline. Ich bitte dafür um Entschuldigung, zu allem Zeitmangel kam ein technischer Defekt.
Da merkt man erst, wie abhängig man bereits vom Netz ist.

Sonntag, 24. Juli 2016

Katholisch bloggen, wie geht das?

Als jemand, dessen Blog auch in der Liste katholischer Blogger vermerkt ist und der regelmäßig auf den Seiten der dort Versammelten liest, frage ich mich häufig, was macht einen Blog katholisch, was sollte ein katholischer Blogger schreiben.
Da gibt es jene, die viel über die Kirche schreiben. Oder besser, die Kirchen, also die deutsche katholische Kirche und ihre großen und kleinen Konflikte und Gemeinsamkeiten mit der Mutterkirche mit Hauptsitz in Rom.
Andere bevorzugen einen theologischen Zugang. Bringen regelmäßig Predigten im Wortlaut, diskutieren sie, besprechen die Interpretation von Bibelstellen. Dann noch die "was würde Jesus tun" Fraktion. Nicht zu vergessen jene, die sich mit dem Alltag und der Geschichte der Katholiken und ihrer Kirchen und Missionen beschäftigen.
Viele verzichten dabei natürlich nicht darauf, Aktuelles, persönliche Gedanken und einen Mix aus dem oben genannten zu veröffentlichen.
Passe ich da rein? Was schreibe ich eigentlich? Wenn ich meine Beiträge so betrachte, dann sind die Meisten davon eher "profaner" natur. Ich beschäftige mich eher mit aktuellen Ereignissen, den Medien und unserer Politik als mit tiefen theologischen Fragen. Die Bibel kommt bei mir genauso häufig als historische Quelle (und das ist völlig wertungsfrei, in beide Richtungen) wie als religiöser Bezugspunkt vor. Das ich mal Gebete als eigenständigen Beiträge veröffentliche, das ich mich mit der aktuellen Predigt auseinandersetze - das passiert, aber selten. Dafür gibt es, während ich darüber nachdenke, mehrere Gründe.
Zum einen muss es mich von sich aus beschäftigen. Neben der Tatsache, dass ich momentan kein fleißiger Kirchgänger bin, bedingt durch den familiären Neuzuwachs und seine Probleme wie der damit verbundenen Motivationslosigkeit und Faulheit meinerseits, gab es einfach keine Predigt die ich hörte, bei der ich freudig zustimmen konnte oder die in mir mehr auslöste als gelangweiltes Stirnrunzeln über die Lebensfremde des Predigenden. Und darüber zu schreiben fände ich übertrieben.
Hin und wieder erlangt der Heilige Vater oder die Kirche(n) die Aufmerksamkeit meiner Fingerkuppen. Oft sind andere dann aber schneller, gründlicher und besser in Wortwahl und Inhalt, so dass ich meine Entwürfe über kurz oder lang wieder lösche. Bibelstellen und Theologie zu diskutieren, dass maße ich mir als eigenes Thema nicht an. Ich bin Historiker und als solcher ist mir bekannt, wie komplex der Umgang mit Texten und Thesen sein kann und wie viel Handwerkszeug dazu gehört. Es regt mich ja gerade auf, wie viele Menschen ohne Ahnung und Ausbildung sich gerne an der Geschichte und seinen Quellen versuchen - obwohl es auch niemand abnicken würde, wenn ein Mensch ohne entsprechende Ausbildung in einem Kernkraftwerk oder in der Luftfahrt arbeiten würde. Der Vergleich hinkt aber verdeutlich hoffentlich, was ich sagen will.

Mein Glaube und der Wunsch diesen zu zeigen und andere vielleicht dazu zu inspirieren sich selbst näher und über die bestehenden Klischees hinaus damit zu beschäftigen, äußert sich also bei mir im Alltag. Ich suche auch in meinen Texten in Trauer, Wut und Frustration immer wieder Zuflucht in meinem Glauben. Wenn etwas allzu falsch dargestellt wird oder läuft, dann nehme ich Bezug.
Wenn mir andere Laien erklären wollen, was ich tun müsste um Christ, um Katholik zu sein, dann diskutiere ich darüber, teilweise auch emotional. 
Macht mich dies zu einem guten oder einem schlechten Katholiken und katholischen Blogger? Ich weiß es nicht. Das einzige Urteil, welches mich interessieren sollte, ist jenes eines ganz speziellen Gerichtes. Und ich vertraue da auf die Fürsprache unseres Herrn.



Samstag, 23. Juli 2016

München

Auch wenn es grausame Routine wird: mein Mitgefühl, Beileid und Gebet gilt den Opfern, den Verletzten wie den Getöteten und den Hinterbliebenen und Zeugen. Ich hätte mir gewünscht, dass niemand mehr mit diesem Schrecken konfrontiert, auf solch brutale Weise aus dem Leben oder seinem Gefühl der Sicherheit gerissen wird.
Das wir über euch, wie die vielen Opfer vor euch, nun nicht als die Menschen schreiben und sprechen, die ihr wart und im Fall der Überlebenden hoffentlich so weit es möglich ist wieder sein werdet, bereitet mir ein Gefühl der Schuld. Über euch zu sprechen sollte erstmal bedeuten, eure Namen zu kennen, eure Zukunftsträume, eure Stärken und Schwächen, euren Charakter, Freunde und Familie. Aber das ist nicht möglich. Nicht nur, weil es so viel wäre, sondern vor allem, weil es den Schmerz vergrößern, den Verlust näher an uns bringen würde. Ihr würdet es verdienen.
Möget ihr in Frieden ruhen, so schnell und so weit möglich genesen und Gott stehe uns allen bei. 



Wieder sterben unschuldige Menschen. Neun Leben werden beendet, darunter wie wir nun wissen sechs Jugendliche und Kinder, 14 weitere werden z.T. schwer verletzt, darunter ein 12jähriger Junge.
Ich gebe zu, als Freunde und ich gestern die Meldungen lasen, glaubten wir an einen islamischen Anschlag. Drei mit Langwaffen bewaffnete hieß es - das klang zu sehr nach Paris und zu wenig nach Erfurt oder Winnende.
Auch als dann von einem Einzeltäter mit einer Pistole berichtet wurde, glaubte ich noch an einen islamischen Anschlag. Zu oft in den letzten Monaten und Jahren war es genau so. Man lag bislang nicht falsch mit der Vermutung. Der letzte Amoklauf liegt mehrere Jahre zurück, Breivik und Winnende verschwinden hinter einer Wand anderer Namen des Terrors.
Aber diesmal scheint es, trotz des Migrationshintergrundes des Täters, wirklich ein Amoklauf zu sein. Die Waffe, eine 9mm Glock, hat er sich illegal besorgt und besessen. Nicht "vermutlich", wie es der offensichtlich in den Gesetzen unbelesene Polizeichef in der Stellungsnahme sagte, sondern 100%. Der Täter war 18 Jahre alt. Das Gesetz erlaubt ihm gerade mal unter strengen Auflagen den Umgang mit solchen Waffen auf dem Schießstand. Eine zu besitzen erlaubt und ermöglicht sie nicht. Händler wollen und müssen die polizeiliche Erlaubnis sehen, die erst mit dem Bedürfnis über einen Schützenverein oder einen Jagdschein erworben werden kann. Er erfüllt mit seinem Alter die Mindestbedingungen dafür nicht.
Das sollte ein Polizeichef wissen und darum keine vagen Äußerungen treffen zu sicherem Erkenntnisstand. Wohin hier die Reise geht, steht bereits jetzt fest.

So wie nun alle gescholten werden, die von einem Anschlag muslimischer Terroristen ausgingen und damit "vorschnell urteilten", so sehr wird nun wieder ein Vergleich nach dem anderen mit vorherigen Amokläufen gezogen und am Ende wieder über die legalen Waffen diskutiert werden. Es wird nicht darüber gesprochen werden, wie schlimm es um die Verhältnisse steht, wenn es einem gerade mal 18jährigen gelingt, sich illegal eine Schusswaffe zu besorgen. Die Gesetze sind da - offensichtlich gelingt es nicht, sie umzusetzen.

Worauf sich momentan vor allem gestürzt wird, zumindest scheint es mir so, ist das Verhältnis der Mitschüler des Täters zu ihm. Er wird als Mobbingopfer beschrieben, als jemand der jahrelang frustriert und gedemütigt wurde. Bis er ausrastete. Ob das so war, wird schwer zu beweisen sein.
Letztlich aber hätte man diese Tat, wie die meisten Amoktaten verhindern können. Hinzusehen und einzugreifen, mit Liebe aber auch mit Durchsetzungskraft, bevor es so weit eskaliert, wäre möglich gewesen. Ein junger Mensch, der immer wieder vom Morden spricht, der sich intensiv mit Massenmorden beschäftigt und dies in einem eher lernenden als forschenden Sinn, sollte Alarmglocken läuten, die nicht mit ein paar Gesprächen und einem "so sind sie halt" wieder abgestellt werden.
Ob Columbine, Sandy Hooks, Breivik, der Amokläufer von Kalifornien, Erfurt oder Winnende. Alle hatten psychische Probleme, die nur unter einer dünnen Oberfläche verborgen lagen, aber mittels Videoblogs oder auffälligem Verhalten für die Umgebung sichtbar waren. Eine Gesellschaft in der Eltern es hinnehmen, dass ein Mitschüler ihrem Kind immer und immer wieder mit dem Tod droht sieht nicht genug auf den Menschen oder zögert zu sehr, einzuschreiten, etwas zu unternehmen.

Was bleibt ist: als hätten wir mit Terroristen nicht genug wahnsinnige Mörder. Es laufen nun auch Gestörte herum, welche die Kanäle illegaler Bewaffnung ebenso nutzen können. Schießen ist keine einfache Sache, der junge deutsch-Iraner hat es ohne Ausbildung erstschreckend "gut" gekonnt. Das er nicht sofort gestoppt wurde, dass die Zahl der Opfer nicht kleiner gehalten werden konnte, dass die Streife die ihn früh stellte ihn dann aus den Augen verloren hat, dass so viele völlig falsche Meldungen rumgingen, dass die Medien und Zeugen pietätlos auf Verletzte und Leichen mit ihren Kameras und Handys hielten... all das liegt neben Angst, Mitleid und Wut in der Luft. Aber das es mehr davon geben könnte, dass wir es nicht schaffen wenigstens diese eine Bedrohung abzustellen, das ist das größte Problem - nach dem Verlust dieser Mitmenschen.


Gebt den progressiven Muslimen das Wort

Wie oft betont, habe ich kein Rezept wie wir die dunkle Seite des Islam, wie wir dem islamischen Terrorismus, wie wir den Terroristen los werden können, welches nicht gegen alles woran wir als Christen und Europäer glauben  verstößt. Einzig einige wenige erste Schritte liegen klar vor mir. Das offene Gespräch ÜBER den Islam ohne die mittlerweile etablierten Tabus und Beschimpfungen der Kritiker, die Beseitigung der Sonderstellung als "unantastbar" und als "Rasse".
Und vor allem die Förderung der modernen, der wirklich modernen Muslime. Das sind solche, die zum einen in unserer Wertegemeinschaft angekommen sind, vor allem aber jene, die jene Schattenseite überhaupt sehen, anerkennen und als das eigentliche Problem behandeln. Solche wie Bassam Tibi, Abdel-Hakim Ourghi, Necla Kelek, Hamed Abdel-Samad, Seyran Ates, Güner Yasemin Balci und so viele mehr.
Bassam Tibi warf vor kurzem das Handtuch. Er ist nicht mehr überzeugt davon, jemals einen Euro-Islam erreichen zu können. Ich hoffe, er hat unrecht, aber ich denke, er weiß besser als ich, wie es im inneren der muslimischen Gemeinschaft Europas und dem bemühen der europäischen Staaten aussieht.
Die "Islam-Konferenz" war ein Beispiel dafür. Kritische Stimmen wie die von Kelek wurden von Anfang an von den anderen Verbänden und auch von den vermeintlich aufgeklärten Aushängeschilden des Islam wie Kaddor und Maryam Hübsch verfehmt und bedrängt ohne, dass der Veranstalter, unser Staat, vertreten durch Minister und ranghohe Beamte, dies negativ wertete - im Gegenteil. Die falschen Stimmen bestimmten bald den Ton. Es waren die konservativen Verbände, die den Terror als Problem unserer Gesellschaft und nicht des Islam darstellen, die Betroffenheit bestenfalls heucheln aber in keinster Weise Gegenreaktionen oder wahre Anteilnahme zeigen, welche bestimmten, dass die als reformatorische und sicherheitsrelevante Konferenz bald ohne solche modernen Muslime stattfinden sollte und die Themen sich um die Wünsche der Verbände, nicht mehr um die Sicherheit der Bevölkerung drehen sollte.
Wenn unser Staat anfangen würde, kritischer und konsequenter zu sein, bestimmte Werte eindeutig einfordern würde - ja, es gäbe zu Beginn mehr Reibungen mit bestimmten Kreisen. Besonders die Salafisten würden vermehrt protestieren und vermutlich sich ein Stück weit schneller radikalisieren. Aber nur so könnten wir eine muslimische Gemeinde in Deutschland entstehen lassen bzw. bestärken, die nicht nur die Dinge anders sieht als die Unterstützer religiöser Gewalt, sondern sich auch traut dies zu vertreten und "Kante zu zeigen".
Solange wir aber genau jenen ihre Moscheen fördern, Verbandsstrukturen finanzieren und Plattformen wie Forderungen (nach-)geben, die in Wahrheit nur wenig oder gar nicht anders denken als diese, welche einen florierenden Sklavenhandel betreiben (und machen Sie sich nichts vor, werter Leser, von Zentralafrika über Saudi-Arabien bis ins tiefste Asien hinein existiert die Sklaverei in ihrer ureigenen Form noch) und von einem großen dar al-Islam träumen, solange werden wir nicht einen einzigen Ansatzpunkt finden, irgendetwas zu ändern.Beispiele haben wir genug. Historisch wie aktuell, wie es dann läuft.

Freitag, 22. Juli 2016

Nicht angezeigte Vergewaltigungen der Silvesternacht

Von Politikern, Medienschaffenden und "Feministinnen" verharmlost und als "Grapscherei" bezeichnet, haben sich erst nach und nach, durch das Vorbild einiger tapferer Opfer und Protestierenden und von der dann in den unabhängigen Medien aufgenommen Empörung und Berichterstattung mehr und mehr Frauen, Mädchen und ihre Partner sich gemeldet um die sexuelle Belästigung und Räubereien anzuzeigen. Hunderte waren es am Ende.
Beschwichtigend wurde immer wieder darauf verwiesen, dass es "lediglich" zu einer einzigen Vergewaltigung gekommen sei.
Wie es aussieht gab es aber mehr - und gemessen daran, wie das alles ablief, wie viel Courage die Opfer der Belästigung schon brauchten, wie viel Hass ihnen zum Teil entgegen schlug um "dem Rassismus" zu begegnen, kann ich nur ahnen, was die beiden jungen Frauen empfinden beim Gedanken, dass ihnen widerfahrene anzuzeigen.
Zwei Mädchen sind in der Menge vor dem Kölner Hauptbahnhof zu Boden gedrückt und nahe beieinander vergewaltigt worden. Eines der Mädchen wurde wohl Schwanger und ließ anonym die Schwangerschaft abbrechen, was die Tragödie noch vergrößert.
Das ist kein Vorwurf in die Richtung des Mädchens. Was sie durchleiden muss, ist unvorstellbar. Ich bin strikt gegen Abtreibung, aus Glauben, Überzeugung und Menschlichkeit. Darum ist für mich hier ein weiteres Leben zum Opfer der Vergewaltiger geworden, ein Leben beendet worden.
Wir wissen nur wegen dieses Opfers von den beiden Vergewaltigungsopfern. Mein Gefühl sagt mir, es waren nicht die einzigen.

Was in mir bei der Lektüre der Schilderung vorgeht, wage ich nicht zu schreiben.
Den beiden Mädchen und dem Leben ohne Chance gelten mein Mitgefühl und mein Gebet.
Ich hoffe, beide haben Menschen, denen sie sich anvertrauen konnten und die ihnen beistehen.

Ghostbusters und der neue Feminismus

Die Feministinnen des 19. und frühen 20. Jh. hatten es alles andere als leicht. Auch wenn sie sich selbst nicht so nannten. Das Leben der Menschen war generell nicht leicht, und Ungerechtigkeiten dominierten das Leben der meisten Menschen. Egal ob männlich oder weiblich. Da war es keineswegs einfach, die speziell Frauen betreffenden Probleme, ihre berechtigte Forderung auf Gleichbehandlung, anzusprechen, bewusst zu machen und zu bekämpfen. Es ist diesen und den unmittelbar folgenden Frauen zu verdanken, dass sich die Lage in dieser Hinsicht dramatisch verbessert hat.
Sexismus und Ungerechtigkeit völlig auszumerzen, das wird allerdings wohl nicht so schnell passieren. Umso trauriger sind die Entwicklungen, welche der jüngsten Generation von Feministinnen anzulasten sind. In den letzten Monaten haben diese ein besonders widerliches und bigottes Bild abgeliefert, als sie die sexuellen Übergriffe durch die Teilnehmer der Völkerwanderung erst ignorierten und dann verharmlosten, während sie auf der anderen Seite logen (Oktoberfest sei ein Alptraum für Frauen und massenhafte Belästigungen wie Vergewaltigungen seien an der Tagesordnung) und verharmlosten bzw. falsche Anschuldigungen trafen (es sei gar nicht so schlimm gewesen, nicht so viele Täter wie behauptet, wir lebten in einer "rape culture" und in einem besonders gestörten Fall sich sogar bei ihrem Vergewaltiger für unsere Gesellschaft entschuldigte).

Während in Deutschland nach wie vor zehntausende junge Mädchen von Zwangsheirat und Beschneidung bedroht werden, eine unbekannte Zahl bestimmte Bekleidungsvorschriften aufgezwungen bekommt und vorzeitig die Schule verlassen muss, erklären unsere Feministinnen uns, dass dies kein Problem sei sondern vielmehr solche dramatischen Dinge wie die "gender gap", die unterschiedliche Bezahlung von Mann und Frau für die gleiche Arbeit.
Zwar sind die Betriebe unserer kapitalistischen Unternehmer nun eben nicht gefüllt mit den Frauen, die doch kostengünstiger bei gleicher Effizienz wären - aber auch das wird nur als Ausruck von Sexismus interpretiert. Die Gesetzeslage wird gleich ignoriert, ebenso wie die Wissenschaft, welche besagte Behauptung seit Jahren widerlegt hat. Oder besser, als zielgerichtete Laienanalyse entlarvte.


Statt dessen erleben wir eine rasante Umkehrung des Sexismus. Waren früher Frauen benachteiligt und ihr Leid wie ihre Probleme aus der Öffentlichkeit verbannt oder von dieser zumindest ignoriert, so gilt dies heute zunehmend für Männer.
Privileg? Eher nicht.
Das fängt bei der Betrachtungsweise der Geschichte an, welche großteils korrekt als "patriarchalisch" gesehen werden muss. Anders als aber heute behauptet bedeutet dies eben nicht, dass die Welt das Paradies der Männer auf dem Rücken der Frauen war und diese keinen Einfluß und keine Handhabe hatten. Es bedeutet, dass die Rechte der Frau eingeschränkt waren gegenüber jenen der Männern, insbesondere den Männern in ihrem Leben. Vater, Onkel, Bruder und schließlich Ehemann.
Sie waren somit ein Stück schlechter dran, als die Männer. Daraus wird heute das Narrativ vom "privilegierten weißen Mann" gestrickt, dessen Leben aufgrund von Hautfarbe und Geschlecht ein Zuckerschlecken aus hingeworfenen Gelegenheiten war. Gerade dieses Narrativ wird heute in all seiner voreingenommenen Verblendung ausgelebt und als Rechtfertigung neuer Ungerechtigkeiten genutzt. So werden zwar für Vorstandsposten und Managerjobs, für Beamtenplätze, Offiziersstellen und "demokratische Sitze" Quoten eingeführt, welche die Besetzung durch Frauen erzwingen und garantieren, selbst wenn es kaum Bewerberinnen gibt und deren Eignung unbekannt oder schlechter ist, für die unangenehmen Seiten des Alltages gilt dies jedoch nicht. Müllabfuhr,
Autobahnmeistereien, Kanalarbeiten und Schlachthöfe, um nur einige Beispiele zu nennen, sehen einen Frauenanteil, der so bescheiden ist, dass er jedem ins Auge sticht. Diese unangenehmen oder gefährlichen Arbeiten bleiben unangetastet die Domäne der Männer.
Das drückt sich dann auch in den Statistiken aus. Noch immer sind Arbeitsunfälle für Frauen deutlich unwahrscheinlicher als für Männer. Zwischen 75 und 85% aller Unfälle am Arbeitsplatz treffen die Herren, wenn es um tödliche Unfälle geht reden wir von 93 bis zu 98%.  Statt diese Ungerechtigkeit anzusprechen und anzugehen, wird lieber Frauen ein vorsichtigerer Charakter zugesprochen, welcher verhindere, dass es sie trifft. Und diese Behauptung ist nichts anderes als Sexismus, es stört nur niemanden.
Niemand nimmt in diesem Zusammenhang eine Forderung und das Wort Quote in den Mund. Es gibt keinen "mens safety day" - obwohl Jahr für Jahr tausende von Männern verletzt, verkrüppelt oder getötet werden. Die "gender gap" hingegen ist Jahr für Jahr Thema.
Soziale Experimente, Daten und Faktenlage zeigen: Frauen die Männer schlagen werden gleichgültig oder amüsiert betrachtet - umgekehrt gilt zumindest in der westlichen Welt das Gegenteil.  Obwohl neuere Forschungen ergeben haben, dass häusliche Gewalt gegen Männer keineswegs selten ist (die extremsten gehen von ca. gleichem Anteil wie umgekehrt aus, die Zurückhaltendsten von etwa einer 80 zu 20 Verteilung), gibt es nahezu keine Rückzugsmöglichkeiten, Beratungsstellen oder Kampagnen um den Opfern zu helfen. Vielmehr müssen sich Männer von Polizei, Rettungskräften und Feministinnen einiges anhören. Sie machen sich lustig, verspotten sogar Vergewaltigungsopfer. Bis heute gab es von Twitter wie den Feministinnen keine Reaktion auf derartiges. Vielmehr wird behauptet, dies geschähe nicht oder sei nicht so schlimm.

Selbst wenn es so klingt, als würde das Thema einmal sachlich behandelt - am Ende stehen Behauptungen wie: "das Opfer hat danach gefragt" oder: "bei diesem Beispiel mussten wir heftig lachen".
Kurzum: Gewalt gegen Männer ist in nahezu allen westlichen Ländern durch Frauenhand sogar tolerierter, als männliche Gewalt gegen Frauen in manchem islamischen Staat.


Dieser Tage trifft die Durchsetzung der Gesellschaft mit dieser pro-feministischen, misandrischen und bigotten Haltung uns durch die Massenmedien und die begleitende Berichterstattung.
Ghostbusters wurde neu verfilmt und sorgte seit Monaten für einen gewissen Aufruhr in den sozialen Netzwerken, unter Filmfans, unter Ghostbusterfans und natürlich unter Feministinnen.
Achtung enthält Spoiler
Der Film ist ein "reboot", ein Neustart. Die Ursprungsgeschichte um die vier Geisterjäger der 80er existiert nicht in diesem Film. Statt dessen finden sich diesmal vier Frauen zusammen. Und hier beginnt das Elend. Ein paar wenige Sexisten, viele Egalisten und ein Haufen Fans fand dies nicht so toll. Als dann der erste Trailer herauskam und zum am schlechtesten bewerteten Trailer bei youtoube aller Zeiten wurde (und dabei hatte es Sony, die Herstellerfirma, geschafft etwa 400 000 negative Stimmen löschen zu lassen) wurden diese Stimmen teilweise laut. Die feministische Agenda hinter diesem Film, das deutlich spür- und hörbare "girls power, Frauen können alles was Männer können und das noch besser" brachte viele auf. Zusammen mit Neonfarben und völlig überzogenen Spezialeffekten und flachen, oft vulgären Witzen wirkte der Trailer wie eine Persiflage auf das Original - was Fans und Filmfans nicht besonders gut aufnahmen.
Sony beschuldigte daraufhin, alle Kritiker, Frauenfeinde zu sein und ließ alle Kommentare löschen, die sachliche Kritik äußerten. Auch viele der Filmkritiker im Netz bekamen Sonys Kampagne zu spüren. Obwohl sie sich teilweise ewig lange über alle möglichen Details ausließen und sogar die Darstellerinnen lobten, wurden ihre Beiträge gemeldet und gesperrt, gelöscht oder in wenigen Fällen sogar ein shitstorm auf sie gelenkt. Selbst weibliche Filmkritikerinnen gerieten ins Fadenkreuz.
Ein sehr gut zusammenfassender Beitrag findet sich in diesem Video (englisch)

Es wurde eine Sperre verhängt, die alle Kritiken zum Film im Vorfeld ausschloß. Das hinderte nicht den Regisseur gegen die "Geek" Kultur zu schießen und zu sagen, er habe noch nie so viele und so große Ar******** gesehen, wie unter den Fans. Auch der weibliche Cast ließ sich vernehmen und betonte, dass die Kritiker meist männliche Jungfrauen im mittleren Alter wären, die noch bei ihrer Mutter im Keller wohnten und noch nie ein Mädchen geküsst hätten. Nur mit unfreundlicheren Worten und unter dem Gejohle des Publikums und der Medienschaffenden.
Ein Filmkritiker, der sich im Vorfeld äußerte und sagte, nach dem Anblick des Trailers werde er sich den Film sparen und dies habe nicht das geringste mit den rein weiblichen Hauptrollen zu tun, wurde trotzdem extrem angefeindet und auf feministischen Seiten als Beispiel für die Misogynie der Kritiker benutzt.
Jetzt ist der Film draußen. Und ich bin erstaunt. Nun stimmt auch unsere Presse mit ein. So berichtet die FAZ etwa nahezu ausschließlich über den Sexmismus der Kritiker - gewürzt mit dem Hinweis, dass die schwarze weibliche Hauptdarstellerin zusätzlich unter Rassismus zu leiden habe und verzweifle. Dabei wird Milo Yannopoulos als Beispiel angeführt. Vergessen wird dabei zu erwähnen, dass Yannopoulos nicht nur ein Kritiker ist - sondern ein bekennender Schwuler (mit teilweise stark stereotypen Anwandlungen) und Ziel zahlloser solcher Vorfälle, wie sie dort geschildert werden. Seine Auftritte wurden bereits durch körperliche Übergriffe beendet.
Er weiß also sehr genau, worüber er redet und schreibt.
Wer sich den Film ansieht und die Rolle der Leslie Jones ansieht, der kommt nicht umhin zu fragen, warum der Film nicht des Rassismus beschuldigt wird. Sie ist die einzige der vier ohne Grips - während die anderen wohl nahe oder tief im Genie sind. Neben stereotypem Namensgoldkettchen in XL ist ihr gesamter Auftritt laut und erinnert teilweise sehr an "Cindy aus Marzahn" - nur ohne die Selbstironie. Ein wandelndes Klischee.

Auch die Behandlung der Männer im Film ist desaströs. Entweder sind sie strunzendumm, die Bösen oder strunzdumme Böse. Chris Hemsworth, bekannt als Thor aus den Marvelverfilmung, spielt den Sekretär der Truppe. Seine Idiotie soll ein besonderer Gag sein und zeigt, wie überdreht der Film in seinem Sexismus, den er als Antisexismus verkauft, wirklich ist. Janine war im Original für das Telefon und die Termine zuständig. Sie war ein typischer New Yorker Charakter, zickig, stur, besserwisserisch und laut. Dumm war sie ebensowenig, wie feige oder wehrlos - sie wird später selbst als Geisterjägerin aktiv. Hemsworth Charakter versteht nicht, warum er nicht durch die Scheibe eines Aquariums greifen kann, als er versucht, das Telefon dort heraus zu holen und nimmt die Gläser seiner Brille heraus, als diese beschlagen...
Der Bösewicht stirbt und wird ohne Nennung von Gründen, zu einem fast allmächtigen Geist, der andere befehligt. Weil er sein Lebtag lang gemobbt wurde, entschließt er sich, die Welt zu vernichten. Eine Story, die dem Franchise Ghostbusters nicht gerecht wird.
Fast alle Kritiker sind sich einig, dass die erste halbe Stunde, wenn sich die Damen zusammenraufen durchaus ansehbar ist - um dann zu einem der schlechtesten Filme aller Zeiten umzuschlagen. Keine Charakterentwicklung, keine Logik, keine Glaubwürdigkeit und ein unerträgliches Ende.
Trotzdem sagen viele, es war ein mittelmäßiger Film oder man könne ihn mit Kindern ansehen - obwohl die Witze teilweise unter der Gürtellinie liegen und einer der Cameoauftritte mit einem grausamen, visuell zelebrierten aber in der Story trotz der Verantwortung der Frauen dafür völlig folgenlosen Tod endet.
Und das ist der nächste Teil meines Entsetzens. Die Furcht der Kritiker geht so weit, dass sie, statt den Film völlig zu zerreißen (wie bspw. bei früheren Remakes zu Recht wie Unrecht geschehen, man erinnere sich an Robocop, Total Recall uvm) wird von "kann man sehen" gesprochen.
Vor allem den weiblichen Kritikern muss man danken, denn diese sind weit ehrlicher.

Oder auch:



Es sind dann nur die privaten Kritiker, die sich zu ähnlich offenen Aussprachen hinreißen lassen.


Deutsche Filmkritiken gehören momentan ausschließlich zur positiven Ecke. Keine Kritik, viel Verteidigung und eine Menge einseitiger Darstellung über die Kritiker (unter denen es wie gesagt auch wirklich Sexisten gab, aber diese waren eine winzige Minderheit).

Ich persönlich hätte, wie viele Kritiker in den Videos oben betonen, kein Problem mit einem weiblichen Team - wenn es vernünftig in das Franchise eingebaut worden wäre. Die Töchter der ursprünglichen Jäger bspw. ohne all den Männerhass. Super. Ein Sequel mit der gleichen ernsten, seriösen Welt rund um den Wahnsinn der Geisterjagd - und nicht eine völlig comichafte, unglaubwürdige, bescheuerte Welt mit noch unglaubhafteren Charakteren mittendrin.

Der Film beweist einiges. Mit Feminismus kann man Geld verdienen, Kritiker mundtot machen und eine regelrechte Angst erzeugen. Wie ich auch, so sieht sich jeder Kritiker momentan genötigt zu betonen, dass er nichts gegen ein weibliches Cast hat, viele gehen weiter und äußern ihre Bewunderung und Liebe zu den Schauspielerinnen selbst und loben deren "acting" über den Klee. Wer sich die Kampfszenen gen Ende ansieht, der muss sich bereits fragen: ehrlich? Überzogene Handlungen tauschen mit peinlichen Einlagen bei steter 80er "ich treffe immer" Übermacht. Tausende Geister - und nicht einer wird auch nur ansatzweise gefährlich. Fast hat man den Eindruck, die Damen haben etwas falsch verstanden.

Des Filmes sexistischer Höhepunkt ist auch die Crux des ganzen Spektakels. Obwohl für die Menschen selbst von absoluter Nullbedeutung ist er für den Alltag, als Symbol für die Rolle des heutigen Feminismus ein Schuss in die Genitialien des Gegners. Die Frauen zielen bewusst in die Weichteile - und diejenigen, die sich über einen Kommentar über ein Dekolleté kaum wieder einbekommen und den Untergang der Kultur fordern lachen sich in den Sitzen kaputt.

Wohin die Reise in der Türkei geht...

.... war eigentlich seit Jahren jedem aufmerksamen Beobachter klar. Die Uhr wird zurück gedreht. Das Land wurde durch Erdogan wieder religiöser und osmanischer, und mit ihm auch seine Auswanderer. Der Nationalismus bleibt lebendig und frisch.
Kurden, Armenier und andere christliche Minderheiten wie Juden erleben Welle auf Welle von Feindlichkeit. Die Enteignungen der christlichen Klöster gehen ebenso unbeachtet vor sich, wie die verlogenen Handreichungen unkritisch weitergemeldet werden.
Erdogan, eigentlich auf einem reinen Dekorationsposten, häuft weiter Macht an. Journalisten und hochrangige Militärs sitzen in den Gefängnissen und ständig werden es mehr.
Die Armenier an der Ostgrenze des Landes erleben Ignoranz oder Feindseeligkeit im schnellen Wechsel.
Der Norden des Irak wird kurzzeitig invasiert.
Wer jetzt glaubt, dies alles sei einzig und allein das Werk der Machthaber, der irrt. Erdogan, seine AKP und alle Entwicklung ruht auf dem Rücken der Anhänger. Und das ist ein bedeutender Teil der Bevölkung der Türkei wie der Auswanderer. Wenn nicht sogar die Mehrheit.
Das spürt derzeit auch Wikileaks. Sie wollen es noch nicht wahrhaben, aber es sind vermutlich die gleichen Kräfte, die sie attackieren, wie die Angriffe auf französische oder vatikanische Server nach deren Statements zum Völkermord an den Armeniern.
Türkische Hackergruppen, die sehr wahrscheinlich auf Eigeninitiative vorgingen, versuchten teilweise erfolgreich wichtige Netzwerke zum Absturz zu bringen und kaperten Internetseiten, um auf ihnen andere Botschaften zu verbreiten.
Das Wikileaks angekündigt hat, hunderttausende Mails und zehntausende Dokumente zu veröffentlichen, welche das Innenleben der Regierung und die Vorgänge rund um den Putsch beleuchten hat den Zorn auf sie gelenkt. Das es dies in die Tat umsetzt bedeutete seine Sperrung in der Türkei. Damit leistet sie nun Twitter Gesellschaft.

Mittlerweile dürften die Zweifel am Ablauf des Putsches stark um sich greifen. Hier bspw. einige Einwände des ehemaligen Militärberates Merkels. Mittlerweile sieht man, dass ein großer Teil der türkischen "Elite" verhaftet oder abgesetzt wird. Es sind zahllose tausende,  Richter, Staatsanwälte, Militärs, Politiker, Wissenschaftler, Professoren und Lehrer, die von immer neuen Wellen erfasst werden. Und alle sollen sie irgendwie mit dem seit vielen Jahren im Ausland lebenden Prediger Gülen gegen Erdogan konspiriert haben oder die Verschwörung zumindest toleriert.

Wolfram Weimer findet klare Worte für die Vorgänge und die Richtung der Entwicklung.
Wir erleben, wie die Türkei zum Teil zurück zum Osmanischen Reich findet und zum Teil einen "demokratischen Diktator" kürt. Hier mischen sich historische Beispiele, von Hitler über Lenin bis hin zu Sultanen und Konsuln. Das Ergebnis dürfte aber absehnbar sein, denn die Methoden sind relativ eindeutig.
Denunziation wird betrieben. Schon vor Wochen wurden Auslands-Türken aufgefordert zu melden, wenn sich jemand kritisch über Erdogan oder die Regierung äußerte. Nun führt dies auch zur Eskalation, u.a. in Deutschland.
Wissenschaftler erhalten Reiseverbot und werden gleichzeitig ins Land zurück gerufen.
Die Todesstrafe soll wieder eingeführt werden. 
Eine Opposition wird es schon bald nicht mehr geben, Kritiker und Freidenker werden mundtot gemacht durch die Abschaltung ihrer Plattformen und ihre Inhaftierung. Dutzende Sender und Zeitungen haben ihre Lizenzen und mitunter auch ihre Mitarbeiter verloren, als diese vom Staat einkassiert wurden.
Wenn die Exekutionen einsetzen wird es vermutlich auch wirklich den ein oder anderen Gülen-Anhänger treffen. In Wirklichkeit aber sterben dann dort vermutlich meist Unschuldige oder solche, die ein islamistisches Osmanisches Reich verhindern wollten. Auf jeden Fall aber stirbt dort die Hoffnung, die Türkei bleibe auf dem Weg eines modernen, toleranten Staates, dem Menschenrechte wichtiger sind, als die Lehren des Koran oder der Wille des Sultans und seiner Paschas.

Donnerstag, 21. Juli 2016

20. Juli.

Gestern war wieder der Jahrestag, den ich mir nach Weihnachten (und noch vor Ostern und meinem eigenen Geburtstag) als erstes gemerkt habe. Der Jahrestag des misslungenen Attentates auf Hitler.
Der Name Stauffenberg ist vielen bekannt, war dieser Frontveteran mit seinen vielen Verkrüppelungen (so nennt man es, das ist keine Bewertung des Menschen) doch der ausführende Attentäter.
Namen wie Oster, Brauchitsch und Boeselager sind weniger bekannt, und doch waren dies alles Militärs, die vor oder während des Krieges Hitler zu stoppen - aus den unterschiedlichsten Motiven. Sie alle hätten möglicherweise manches Leid verhindern können.
Haben sie nicht. Entweder wurden sie verraten, ihr Plan scheiterte oder war zu halbherzig.

Heute ist der militärische Widerstand als solcher völlig vergessen und Militär bedeutet in den Herzen vieler nichts anderes als Nazi oder Handlanger.
Gerade die Vorgänge in der Türkei sollten da zum Nachdenken anregen. So aktuell war das Thema lange nicht und so ähnlich wie die Bahnen in unserem Lieblingsurlaubsland sind brennt es unter den Nägeln aufzustehen wie in einem Horrorfilm und zu rufen: Geh dort nicht lang!

Aber so ist es nicht. Der Tag bedeutet vielen, wenn nicht den meisten Deutschen nichts oder wird zu eigenen Zwecken instrumentalisiert.
Wie der Papsttreue schrieb: als man von Stauffenberg erschoß starb er mit einem "Es lebe das Heilige Deutschland" auf den Lippen.
Wir werden heute erschossen, überfahren und in die Luft gesprengt mit einem "das hat überhaupt nichts mit gar nichts zu tun".
Was für Zeiten. Purer Wahnsinn.

Mit dem Terror leben

Eine Phrase, oder besser, einige Varianten, dominieren die "Expertenmeinungen". Man dürfe sich dem Terror nicht unterwerfen.
Dem stimme ich restlos zu - aber scheinbar verstehe ich den Satz völlig anders.
Die Terroristen versuchten, unseren Alltag zu zerstören. Uns von unserer Lebensgestaltung abzubringen. Das dürften wir nicht zulassen. Wir sollten weitermachen, wie bisher, um es ihnen richtig zu zeigen.

Wer wirkliche Abneigung gegen Schimpfworte pflegt, überspringt bitte den folgenden Satz.
So eine gequirrlte, hirnlose, verkopfte, lebensfremd-gepamperte Scheisse zu verbreiten grenzt an fahrlässige Tötung.

So, mir gehts besser - ich habe das heute mehrfach laut vor mich hingeflucht. Meine nächste Beichte wird etwas länger...

Im ernst: die Absicht der Terroristen ist erstmal: zu töten und verletzen. So viele und so grausam und so medienwirksam wie möglich. Darauf folgt die Absicht, mit diesen Akten zum einen ihrem Auftrag zu wollen - den Kampf zu den Ungläubigen zu bringen, in das "Haus des Krieges", das "dar al-Harb".
Zum anderen aber auch zu signalisieren: wir haben die Macht. Wir können euch töten und wir werden euch töten. Wer nicht dem relativierenden, verfälschenden Unsinn in Radio und TV lauscht, nicht die Meinungsjournalisten in den Zeitungen liest sondern sich die Botschaften anhört, welche die Terroristen selbst versenden, der weiß, um was es ihnen geht. Ein klares Ziel. die Ausdehnung des Kalifats, die Bekehrung aller die sich bekehren lassen zum Islam, die Herrschaft der Scharia und der Tod aller, die sich nicht bekehren lassen.
Es ist völliger Schwachsinn zu behaupten, den Terroristen ginge es darum, dass Kevin Sorglos nicht mehr ins Bataclan nach Paris fährt oder der 14. Juli nicht mehr gefeiert würde. Natürlich will man diese Dinge auch loswerden, aber über die Herrschaft und nicht über den Terror. Der ist Teil asymetrischer Kriegsführung - in ihren Augen.

Bei uns wird betont, dass es keine absolute Sicherheit geben kann, man sich aber bemühe. Wie dies dann endet, zeigten uns prompt die Terroristen. Aus Angst, ein Stadion könnte, wie seinerzeit die Olympiade in München, live vor den Kameras zum Schauplatz eines Anschlages werden, wie im November in Paris geplant und in Deutschland vermutlich knapp verhindert, wurde ein riesiges Sicherheitsaufgebot aufgefahren.
In Nizza und den meisten anderen Städten wurde wenige Tage nach Ende der Veranstaltung dann der Nationalfeiertag begangen und die Sicherheitsvorkehrungen waren bestenfalls makulatur. Mit dem bekannten tödlichen Ausgang.
Die Polizei fordert mehr Beamte, die Innenminiserien schaffen Sonderheiten und Abteilungen. Und trotzdem kann es keine absolute Sicherheit geben. Die letzten Jahre haben das gezeigt. Wir verdrängen und vergessen um uns nicht klar zu machen, wie oft es schon geknallt hat.
Die Gewerkschaften betonen, dass man die Beamten nicht rund um die Uhr verheizen kann, die Innenrevisionen haben diverse Male bereits Radikale in den eigenen Reihen entlarvt.
Die Völkerwanderung hat nun doch manchen Terroristen ins Land gebracht, obwohl stets behauptet wurde, dem sei nicht.

In meinen Augen würde "wir ergeben uns nicht" bedeuten, wir lernen uns zu wehren. Wir fokussieren uns auf unsere Werte und Errungenschaften. Und fokussieren bedeutet, wir sehen es und wir verteidigen es. Sowohl gegen Angriffe als auch gegen Missbrauch. Bestes Beispiel wäre unser Asylwesen. Unsere Errungenschaft war hier das Menschenrecht, ausgeübt am Individuum. Jeder wurde als solches begrüßt, aufgenommen und überprüft. In einem stetigen Prozeß dieses Verfahren zu verbessern, menschenwürdiger zu machen. 2015 haben wir dies aufgegeben und ein Pauschalurteil verhängt. Turnhallenweise wurden echte Flüchtlinge mit Menschen zusammen gepfercht, die sich nur bessere Lebensumstände wünschen, viele davon am besten ohne Arbeit und auf Kosten anderer. Und zusammen mit "Flüchtlingen", denen der IS zwar zu Radikal war - aber nur, weil er auch sie aus irgendwelchen Kleinigkeiten aufs Korn nahm. Sonst teilen sie viele der Ansichten und leben sie auch aus. Mit Kinderschändern und Menschen die glauben, das man Mädchen nicht früh genug an einen Mann vermitteln kann.

Wehren, dass hieße für mich, die Bevölkerung vorzubereiten. Wie in Israel, wo der Terror zum Leben gehört und Beschützer nie viel weiter als einige dutzend Meter weg zu sein scheinen. Wo sich Menschen verteidigen dürfen und von klein auf beigebracht bekommen, wie man sich verhält. Bei einer Explosion, bei einem Alarm, bei einer Attacke. Ob Israel oder die USA, die Bürger haben das Recht sich zu wehren und üben dies auch aus. Jene, die es tun, stehen besser da, egal wie sehr an den Statistiken rumgefälscht und -interpretiert wird.
Ein bestimmter Teil unserer Politiker gerät in Panik und schwadroniert von Selbstjustiz, wenn die Bürger den letzten Strohhalm der Selbstverteidigung ergreifen und sich den "kleinen Waffenschein" geben lassen, um Schreckschusswaffen und Sprühgeräte mit sich führen zu dürfen, die einen Taschendieb abschrecken, aber gegen Terroristen und Bandenterror völlig nutzlos sind.

Mit dem Terror leben lernen, dass heisst Selbstverteidigung, Vorbereitung, Schutzmaßnahmen und Ausbildung. Wir werden wieder mehr Retter brauchen, die bei einem Anschlag den Verletzten helfen können. Wir werden Menschen brauchen, die ihre Ortskenntnis nutzen, um Fliehenden zu helfen.
Die Menschen müssen wieder lernen, ihre Umgebung im Auge zu behalten und Auffälligkeiten zu registrieren und ruhig melden zu können, ohne Panik auszulösen oder selbst zu erliegen.
Der Täter vom Frankfurter Flugplatz wurde von den unbewaffneten Soldaten überwältigt. Der Thalys-Terrorist wurde von urlaubenden amerikanischen GIs und einem mutigen Helfer zu Boden gebracht und entwaffnet. Der Täter von Nizza wurde von einem mutigen Mopedfahrer zum Anhalten gebracht. Der Kopenhagener Täter wurde von einem Sicherheitsmann in seinem tun behindert, als dieser die Menschen rettete und dafür sein Leben opferte.

In Texas waren es private, schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die eine volle Wagenladung Islamisten stoppten.
Der Würzburger Täter traf durch einen für ihn unglücklichen Zufall auf ein SEK, die Täter von Paris mordeten bis nach Stunden die Polizei stürmte. Der entkommene Täter musste von einem Einsatzkommando Wochen später aus den Reihen seiner Sympathisanten abgeholt werden.

Den Bürgern zu vertrauen, wie man es mit den Völkerwanderern wagt, und ihnen die Verantwortung für ihr Leben zu lassen wäre ein Anfang. Das die Staaten versagt haben, das ist kaum noch zu leugnen. Nicht angenommene Notrufe, lange Anfahrtszeiten der Polizei, Kostenübertragung bei "Fehlalarmen" selbst anderer, Überalterung, Überarbeitung, Überlastung, Unfähigkeit, mangelnde Vorbereitung und Planung usw. usf .... diese Polizei kann nur noch aufnehmen, aber nicht mehr schützen, was ohnehin immer schon die schwierigste Aufgabe war.
Wir müssen unser Leben ändern. Denn es wird nicht aufhören. Egal wie oft die Presse mitteilt, der IS liege am Boden, er tut es nicht. Er ist in Nigeria, in Libyen, Yemen, Somalia, Irak und Syrien aktiv und sehr lebendig. Seine Attentäter verüben einen Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo, der jüdische Supermarkt, Thalys, die ermordete junge Tänzerin, der Novemberanschlag, das vor den Augen des Kindes abgeschlachtete Polizistenpaar, der Flughafenanschlag, Kopenhagen, Würzburg, der Angriff eines jungen Mädchens mit einem Messer auf einen Polizisten, Nizza usw. usf. Und das sind nur die letzten einer langen Reihe.
Muß das öffentliche Leben erliegen? Darf es das? Beide Male: Nein. Aber die Sorglosigkeit ist vorbei. Man kann seine Kinder nicht mehr Abends allein vom Konzert nach Hause laufen lassen (Godesberg als ein Beispiel von vielen). Jedem wildfremden die Tür aufzumachen empfiehlt sich nicht. Schon lange warnen sogar die Ersthelferkurse davor, allein auf dunkler Strasse anzuhalten. Vor allem als Frau.
Die wenigsten Menschen sind in der Lage extreme Situationen heute noch einzuschätzen. Im Bataclan legten sich die Opfer zum größten Teil auf den Boden, ergaben sich den Terroristen. Mit den bekannten Folgen.
Das ist keine Erpressung der Terroristen, es geht nicht um Geld, Freilassungen oder Politik. Sie wollen unser Leben. Alles aufgeben müssen wir nicht - aber ein wenig ändern müssten wir schon. Damit wenigstens mehr von uns und unseren Kindern eine Chance erhalten, die großartigen Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, freie Religionswahl, freie Partnerwahl und körperliche Selbstbestimmung zu erleben und nicht in Zuständen wach zu werden, wie sie in den meisten der ca. 55 islamischen Staaten herrschen.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Bürokratische Aufforderung an Islamisten (Satire)

Liebe Islamisten,
wenn Sie gedenken einen Anschlag zu vollziehen bitten wir Sie, zukünftig ein notarielles Bestätigungsschreiben Ihres Kalifen, Propheten oder sonstigen namentlich bekannten religiösen Führers oder Staates bei sich zu haben, welcher Sie als Terrorist mit islam(ist)ischer Grundlage für den Anschlag ausweist. Das Original oder eine beglaubigte Kopie sind während des Anschlages bei sich zu führen. Aufgrund der Gefahr, dass dieses Dokument beschädigt oder zerstört wird, während Sie sich in die Luft sprengen, erschossen werden oder verbrennen ist außerdem die Vorlage des Originals inklusive einer abzugebenden Kopie auf einer Polizeiwache wenigstens 24 h vor der Tat Pflicht.
Wir bedanken uns für Ihr Verständnis. Es liegt nicht an Ihnen, es liegt an den Vollpfosten unserer Medienwelt und Regierungen, dass Beweise und Bekenntnisse nicht mehr ausreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre zukünftigen Opfer

Künast und der Terror

So schnell nach Nizza hatte ich es nicht erwartet, aber richtig überrascht hat es mich nicht. Ein weiterer Anschlag. Mindestens fünf Menschen sind verletzt worden, vier davon schwer. Alles Mitglieder einer Touristenfamilie aus Hong Kong. Ich wünsche ihnen wenigstens körperlich völlige Genesung. Wie die anderen 14 Zugfahrer, werden auch sie einen Schock und ein Trauma haben, welches sie für lange Zeit, möglicherweise für immer begleiten wird. Solche Taten hinterlassen nicht nur körperliche Verletzungen. Die Angst, die Panik, das Entsetzen, gerade wenn noch die eigenen Kinder, die eigene Familie niedergestochen wird. Das Gefühl der Hilflosigkeit, die Konfrontation mit solcher Wut und völligem Mangel an Mitleid.
Wir Deutschen, wir Europäer leben als Normalbürger schon lange in einer absoluten Sicherheitszone. Zwar kann jeden von uns plötzlich ein Unfall ereilen, ein Herzinfarkt kann unser Leben beenden oder ein Krimineller kann es auf uns absehen. Aber die Mehrheit kommt durchs Leben ohne erfahren zu müssen, wie es ist, um sein Leben kämpfen zu müssen. Sowohl im übertragenen Sinne, denn es gibt, weisen Staatsmännern und Gott sei Dank, noch soziale Netze, die verhindern, dass Menschen auf der Strasse verhungern (erfrieren ist aufgrund nun überfüllter Aufnahmeeinrichtungen nicht mehr auf die Verweigerung von Hilfe zurück zu führen), als auch im eigentlichen.
Erstaunlich sind in dem Zusammenhang die Meldungen von unseren Schulen. Obwohl die Gewalt um sich greift, regelrechte Banden auf den Schulwegen lauern, sind unsere Kinder mehr und mehr durch "Deeskalations- und Anti-Gewalt-Lektionen" gelenkt und nicht mehr in der Lage, Widerstand zu leisten.
Da ist die Wortmeldung von Künast, ihres Zeichens eine der Kult- und Leitfiguren der Grünen, regelrecht bezeichnend.
Tragisch und wir hoffen für die Verletzten. Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!
 Mit einem kurzen Satz (gut, Twitter bietet nicht viel Raum - aber auch kein Limit an Tweets) wird das Leid der Opfer des Terroranschlages auf "na mal sehen ob da was Schlimmes dabei war" Niveau gesenkt und ein obligatorisches "Hoffe es geht euch gut" daraus gemacht. Ihr Fokus liegt dort, wo er auch vorher lag. Nach derzeitigem Wissensstand gehört der junge Mann zu den vielen "Flüchtlingen". Der Gruppe also, deren Wohlergehen Künast im letzten Jahr am Herzen lag und derentwegen jeder Einwurf, jede Kritik, jedes Bedenken in die rechtsradikale und fremdenfeindliche Ecke gestellt wurde. Zusammen mit den meisten führenden Politikern lehnte auch Künast den Verweis auf eine verschlechterte Sicherheitslage ab und die Frage nach dem Wohl der Bürger wurde als populistisch abgetan, mit Verweisen auf Menschenrechte und das Wohl der Flüchtlinge überlagert.

Selbst als nach dem Anschlag in Paris im November letzten Jahres, eine gefühlte Ewigkeit her, klar wurde, dass ein großer Teil der Flüchtlinge falsche Angaben gemacht hatte (so wohl auch der Würzburger Täter, dessen unglaubhafte Angaben bzgl. des Alters erst im Licht der Kameras diskutiert werden), sich nicht an die Auflagen hielt und mindestens drei der Terroristen als solche im Flüchtlingsstrom nach Europa gekommen waren, etwas das ranghohe Sicherheitsbeamte vorher als "ohne Hinweis und darum unwahrscheinlich" bezeichnet hatten, wurde die Diskussion dieses Problemes abgelehnt.

Das Leid der realen Flüchtlinge und Hilfesuchenden unter den "Flüchtlingen" wird ebenfalls bis heute kleingeredet. Wie es den Christen und Atheisten, Homo- und Transsexuellen, wie es Frauen, Kindern und vor allem kleinen Mädchen in den Heimen ergeht, kommt immer wieder in einzelnen Artikeln und Berichten nach oben - eine Reaktion der Politik und der großen Fraktion der "kein Mensch ist illegal" Fraktion blieb aus.

Aus dieser bevorzugten Position heraus also aggierte der Täter von Würzburg. Wie auch in Nizza versucht nun die Medienwelt und die Politik mit der Phrase "das Motiv ist völlig unbekannt" erstmal den sich aus der Erfahrung aufdrängenden Verdacht auf einen islamistischen Anschlag beiseite zu stellen. Hintergrund hier ist wohl die doch nicht so große Ferne von Islamismus und Islam - oder die Angst, die eigenen Leute würden zu Mistgabeln und Fackeln greifen, um willkürlich Muslime zu lynchen...
Peinlich wurde die Haltung mit jeder fortschreitenden Stunde. Eine IS Flagge tauchte auf - der penetrante Hinweis auf das "selbst gemalt" kann von mir nur als ein weiterer Versuch angesehen werden, Zweifel zu sähen und das Motiv wie die Verbindung nicht zum IS laufen zu lassen.
Ein Bekennervideo wird auf einer IS Plattform gefunden und der Inhalt ist eindeutig.
Ebenso ein handschriftlicher Brief.
Auf dem Mitschnitt eines Notrufes ist eindeutig der Ruf "Allahu Akhbar" zu hören (bevor Frau Sorge vom Cicero wieder aktiv wird).
Der IS bekennt sich zum Anschlag. Das in den Medien erstmals seit vielen, vielen Jahren wieder "beansprucht" wurde, ist ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf die verwandte Haltung von Künast und der Medienwelt. Gibt es Grund zu zweifeln? Gibt es noch andere islamistische Gruppen, die in Europa so erfolgreich Anschläge durchführen? Hat der IS nicht bewiesen, dass er es vermag? Haben seine Anhänger nicht genug Willen, Hinterlist und Argwohn demonstriert?

In seinen Zweifeln nach dem Motiv der Täter von Nizza und Würzburg beruft man sich auf Amokläufer und Einzeltäter. Zumindest letzteres haben wir in den letzten Jahren gesehen. Der Mörder vom Frankfurter Flughafen der unbewaffnete US Luftwaffensoldaten ermordete (2011), die Täter welche den Soldaten Lee Rigby (2013) mitten in London, nur wenige hundert Meter von seiner Kaserne den Kopf abschnitten vor den Augen entsetzter und ungläubiger Passanten, der Schütze von Kopenhagen (2015), Mohammed Merah (2012),  usw. usf.
Allerdings haben wir auch eine Reihe von Tätern, die sich dem IS verschrieben haben und dies entweder offen bekannten oder durch ihre Taten ausdrückten. Die diversen Anschläge, in denen "Einzeltäter" mit Fahrzeugen in Menschenmengen fuhren und anschließend die Zeugenaussagen bzgl. des Schlachtrufes ignoriert oder in Zweifel gezogen wurden um die Theorie der "Geisteskranken" zu verbreiten seien hier ebenso genannt, wie der Mörder des Polizistenpaares in Frankreich vor wenigen Wochen oder der Anschlag im Thalys.

Was mich ziemlich stuzig macht, ist, dass diese Leugnung eigentlich die Lage schlimmer darstellt. Wären es alles Einzeltäter, so könnte man keinen Kausalzusammenhang mit dem IS und seinem "Missbrauch des Islam" treffen - und der Verdacht müsste sich in der Tat ausweiten. Die Phrasen rund um einen "friedlichen Islam" müssten dann erst recht unter Vorbehalt analysiert und die Haltung jedes Einzelnen müsste in Frage gestellt und kontrolliert werden.
Dem begegnen die Politiker wie unser Innenminister mit dem Hinweis auf "Amoktaten" und den Versuchen, die Motive der Tat durch diffuse Definitionen verschwimmen zu lassen. Da wird dann auch die "politische Motivation" eingebracht. Das der Täter von Besatzung und Kriegsopfern sprach, wird hier als Kern dargestellt. Dass diese Kriege lange vorbei sind, die Truppen abgezogen und der Täter selbst betont, dass hier kein Akt des Freiheitskampfes stattfindet sondern ein perfider Mix aus religiösem Krieg und Rache, wie er bereits in den ahadit, den Lebens"weisheiten" rund um Mohammed gelehrt wird - Nebensache, wenn man nicht zugeben muss, was man nicht zugeben will.

Und auch andere Stimmen nun erneut mit ein in den Chor, man dürfe nicht vorschnell schließen - egal wie viele Beweise noch auftauchen.
Künast nun, um zurück zu kommen, steht stellvertretend für diese, in Ermangelung eines anderen Wortes für eine mittlerweile feste Gruppierung dieser Art, Kaste an Relativierern, Verleugnern und Beschuldigern.
Beschuldiger? Zu der besagten Denkweise gehört eine überkritische Selbstreflektion. Man entschuldigt den Täter und nimmt die Verantwortung des Individuums auf sich - oder besser, die eigene Gesellschaft. Gemobbt, Fremdenhass, Frustration durch Alltagsrassismus, mangelnde Integration, schlechte Lehrer, (natürlich nicht selbstverschuldetes) Versagen in der Schule / Ausbildung und natürlich keine Arbeit. Ganz zu schweigen von "racial profiling" und "Polizeigewalt". Nicht, dass es dergleichen nicht gäbe, aber als Vorwurf taucht es überwältigend öfter auf, als in der Realität. So ist die Tatsache, dass die Bundespolizei, welche bspw. illegale Einreisen verhindern soll, besonders häufig auch Menschen mit erkennbarer Herkunft von anderen Kontinten kontrolliert - vor allem aber eben von Kontinten deren Bewohner häufiger illegal im Land sind, keine Form von Rassismus sondern von Lebensrealtität. Wenn nach fünf Raubüberfällen durch Männer im Umkreis weniger km die Polizei vermehrt Männer anhält und kontrolliert würde auch niemand über Sexismus klagen.
Und so unterirdisch ist auch Künast Auslassung zu den Schüssen der Beamten. Nicht nur, dass ihr das Wohlbefinden der Einheimischen und Beamten offensichtlich am Allerwertesten vorbei geht - denn der Täter griff auf seiner Flucht noch eine weitere Frau an, bevor er sich auf die Beamten versuchte zu stürzen, sie wartete weder nähere Informationen ab (der Tweet wurde mitten in der Nacht veröffentlicht, während man noch auf Einzelheiten wartete), noch demonstrierte sie auch nur die geringste Ahnung von dem, worüber sie schrieb.
Ihre Sorge, ihre Kritik galt vor allem dem des Täters. Eines Mannes, der eine ganze Familie mit Axt und Messer niederschlug. Der in einer Bahn urplötzlich und ohne erkennbaren Grund zu morden versuchte - auf eine möglichst grausame und brutale Weise.
Sie unterstellt, dass die Polizei grundlos oder zumindest vermeidbar tötete - ohne daran zu denken, wie sehr es die Beamten mitnehmen dürfte, einen Menschen erschießen zu müssen.
Sie behauptet, man hätte so schießen können, dass der Mann verhaftet hätte werden können. Und demonstriert damit, dass sie (wie auch ich) nichts über die Situation vor Ort wußte und erst recht keine Ahnung vom Schusswaffengebrauch hat. Eine Frau, die sich engagiert, dass alle Schusswaffen verboten werden und sonst absolut nichts über diese Werkzeuge weiß.

Zwar herrschte Empörung über ihren ersten Tweet und der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei wurde in einem n-TV Interview erfreulich deutlich, ebenso wie andere Schreiber. 
Aber das war es dann auch. Mehr wird nicht passieren.  Im Gegenteil. Andere schließen sich an und Künast legt nach. Es gehe immerhin um den Rechtsstaat, in dem jeder Schuss untersucht würde. Das stimmt - und bedarf dazu keiner Aufforderung und keines Kommentars einer Bundestagsabgeordneten. Das geschieht in der gesamten westlichen Welt automatisch. Polizisten die jemanden im Dienst erschiessen werden bezahlt beurlaubt und die dafür zuständige Abteilung untersucht den Vorfall. Sollte es sich um einen Mord, einen Unfall, Fahrlässigkeit oder irgend etwas anderes als Notwendigkeit handeln, werden danach Schritte eingeleitet. Das führt dazu, dass viele Beamte die Schusswaffe gar nicht als Option wahrnehmen, denn "man steht immer mit einem Bein im Knast". Künast heuchelt da noch Verständnis und behauptet, sie sehe, wie schwer die Arbeit der Polizei ist, auch mit Blick auf den Schusswaffeneinsatz. Eine unglaubwürdige Äußerung angesichts ihrer Reaktion.
Noch einen drauf setzt Jakob Augstein, der gleich noch twittert, dass es sich wohl um eine Hinrichtung durch die Beamten gehandelt habe, die damit "Gerechtigkeit" herstellen wollten.


Das Ganze ist beispielhaft für den Zustand unserer Gesellschaft. Die Opfer werden bestenfalls am Rande bedacht, die Täter werden zu entschuldigten Opfern umdeklariert, diejenigen, die sich wehren oder gar andere verteidigen müssen sich hinterher einem sozialen Tribunal stellen.
Und die Islamisten stehen am Rand und fragen sich, was sie noch tun müssen, um von allen als Gefahr und Bedrohung wahrgenommen zu werden.