Sonntag, 7. Juli 2013

Von Respekt sprechen und Respekt zeigen

Eines der meistgebrauchten Wörter, so mein Eindruck, in den 90ern war "Respekt". Respekt gegenüber Einwanderern, Respekt gegenüber Andersdenkenden, Anderslebenden, Andersgläubigen. Respekt gegenüber den Mitmenschen.
Dafür wurde dann einiges getan. "Respekt! Die Stiftung zur Förderung von jugendkultureller Vielfalt und Toleranz (...)", die Initiative "respekt & co.", der Verein "Achtung! Respekt." u.v.m. sind dafür Belege.
Gerade im Umgang mit dem Islam wird von Seiten der Politik immer wieder von "Respekt" gesprochen. Gerade im Zusammenhang mit Provokationen, egal ob es sich nun um Karrikaturen, Nacktheit oder irgendetwas anderes handelt (und mit irgendetwas meine ich die Darstellung von Frieden fordernden Israelis).

Wie weit diese Forderung von Respekt dann durch den Anspruch der Gleichheit geprägt ist demonstrieren diese Politiker dann gleich mit. Ralf Jäger ist noch nie dadurch aufgefallen, dass er gerichtlich gegen Christus-Karrikaturen vorgegangen wäre, von denen es vom Comicstrip in der Zeitung bis zur "Kunst"installation reichlich gibt.
Und so wundert es wenig, wenn selbst Buddhisten (oder immerhin 15 von ihnen), die in Deutschland (oder Europa?) den Ruf haben den Frieden zu personifizieren auf die Barrikaden gehen ob des jüngsten Beispieles gelebten Respektes vor den Werten anderer. Und um das noch zu toppen zeigt ein Grüppchen Atheisten, die mit Sicherheit die "Religioten" ob ihrer Menschenverachtung verachten, kein Verständnis sondern eher die ungeschmickte Charakterseite.

Und so schreibt awmrkl am 3. Juli 2013
Wen und was interessiert denn ernsthaft in Thailand, was in München passiert? Tstststs, Religioten …
Ein einziger macht sich für Verständnis stark und wird dafür noch veralbert. Und sein Verständnis scheint auch nicht unbedingt so riesig zu sein, wenn er öffentlich schreibt:
Obwohl ich Jesus bestenfalls für einen dauerbekifften Wanderprediger mit THC bedingten Halluzinationen halte, möchte ich kein auf dem Boden liegendes Kreuz sehen. Wozu muss man Andersdenkende beleidigen?
Halten wir fest, der toleranteste dieser Atheisten, der Verständnis über Unmut bei respektloser Behandlung von Religionssymbolen äußert hat kein Problem damit, den Religionsstifter der Christen erstmal eine Runde verbal abzuwatschen und klein zu machen.
Sauber.

Die Kirchenkritikerin Rosa Luxemburg schrieb den berühmten und viel zitierten Satz "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden". Das gilt m.E. auch für Glauben. Und das haben Künstler und Kommentierende wohl vergessen.

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