Samstag, 21. Januar 2017

"offenbar" Anschlag in Wien verhindert

Zuerst das wichtigste: danke liebe Polizei von Österreich, danke ermittelnde Beamte, dass ihr die Leben von Unschuldigen gerettet habt. Danke liebe Politiker Österreichs, die das öffentlich machen und sich ihrerseits hinter die Polizei stellen, die Bevölkerung warnen.

Ein Anschlag ist in Wien verhindert worden, dass meldet das Innenministerium der Alpenrepublik. Und unsere Medien wie ARD und FAZ melden: "offenbar" Anschlag verhindert.
Mir ist klar, dass dieser gleichlautende Titel vermutlich von Reuters oder der DPA stammt - aber auch nur eine Sekunde darauf zu schauen und den Relativismus in Sachen islamischen Terrorismus wenigstens in den Überschriften sein zu lassen wäre ein Schritt in Richtung Realität.

Freitag, 20. Januar 2017

Kleine Wunder zum weitermachen

Zur Abwechslung mal etwas Schönes im Elend. Retter haben in einem durch eine Lawine verschütteten Hotel in Italien heute drei Kinder geborgen, die zwei Tage dort ausgeharrt haben.
Ähnlich wie Rettung eines Kindes nach dem Erdbeben vor wenigen Monaten sind es solche Bilder und die Freude für die Überlebenden wie ihre Angehörigen, die ein wenig Licht in den trüben Alltag der Schock- und Wahnsinnsmeldungen bringen.
Für die Rettung und dafür daran Teil haben zu dürfen bin ich meinem Schöpfer von Herzen dankbar.
Ich hoffe, alle Kinder können mit ihren Familien vereint werden.
Den nicht so glücklichen Opfern der Katastrophe gelten meine Gedanken und Gebete.

Spalter und Heuchler

Ich habe mir nebenbei den Newsfeed, oder sollte ich schreiben, das Mobbing von der FAZ zur Inauguration, wie man jetzt fachmännisch die Vereidigung auch in deutschen Medien nennt, angetan. Und jetzt ist mir mal so richtig nach einem Schrei der Wut. Es ist das who is who derjenigen, die "Spaltung" und mangelnde "menschliche Anerkennung" beklagen, wenn sie über konservative, rechte oder rechtsradikale Kräfte sprechen, dass sich seit Stunden, ach was sage ich, seit Tagen darüber auslässt, wie mies alles an Trump ist und jeden runterputzen, der auch nur mit ihm spricht oder nicht über ihn meckert.
Geradezu hämisch geben die zuständigen Redakteure jeden noch so unwichtigen Witz eines noch so unbekannten Verfassers wieder, solange er sich nur gegen Trump, dessen Familie, Mitarbeiter oder die Künstler bei der Vereidigung richtet.
Nicht ein einziges gutes Wort kommt über die Lippen. Und auch keine Kritik an dem, was sich da die letzten Tage abgespielt hat. Künstler, die zugesagt hatten, auf der Vereidigung aufzutreten wurden massiv beleidigt, unter Druck gesetzt und bedroht. Das der blinde Opernsänger Andrea Bocelli bspw. in der Minute der Bekanntgabe seiner Teilnahme sofort von Fans und angeblichen Freunden seiner Musik regelrecht die Pistole auf die Brust gesetzt bekam und bis zu seinem Rückzug von Boykottaufrufen bis zu Protestandrohungen alles abkriegte, was nicht strafrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen musste, wird kaum angesprochen.
Das die "friedlichen Protestler" die Zugänge (und auch die Notausgänge) zu blockieren suchen - keiner Rede wert.

Es liegt mir wie immer auf den Fingern in gewohnter Weise endlos viele Worte und Beispiele dafür zu bringen, wie menschenfeindlich die "Anti-Trump" Bewegung vorgeht, solange die Menschen auf die sie losgeht nicht ihren Vorstellungen und Zielen entsprechen. Das schlimme dabei ist der Schulterschluss zwischen den Moderaten unter den Linken und den ohnehin geistig nicht mehr anwesenden extremeren Personenkreisen. Es scheint, dass Würde und Zurückhaltung, dass Grenzen der Erziehung, des Geschmackes oder eben der Menschlichkeit nicht mehr zählen, solange es um "Trumpianer" und diesen selbst geht.
Aber jeder kann sich selbst ein Bild machen.Man muss sich nur eines vor Augen halten: noch hat Trump absolut nichts unternommen. Er hat keine Gesetze erlassen, keine Behörden geschaffen, keinen Druck auf Städte oder Staaten ausgeübt.
Alles, was es zu protestieren gibt, sind Worte. Auch wenn einem davon viele nicht gefallen mögen oder unangenehm sind - darüber hinaus Hemmschwellen abzubauen und eine Trennung, eine Konfrontation herauszufordern ist das dümmste, das schlimmste Verhalten, welches man an den Tag legen kann. Und die Medienwelt, besonders in Deutschland unterstützt das.
Angesichts des endlosen Bashings der "Tea Party", die nicht ansatzweise in vier Jahren eine so verheerende Bilanz aufweisen kann, wie die "Anti Trumper" in zwei Monaten (inklusive Fake News) wirkt das lächerlich.

Das dabei auch die deutsche Politik noch mitspielt ist frech. Obamas NSA ließ Merkel und die Regierung bespitzeln - erinnert sich jemand an die schwerwiegenden Folgen? Hat Obamas ansehen darunter gelitten? Nicht die Bohne.
Trump hat angekündigt, den Beitrag der Natopartner einzufordern, der vertraglich festgelegt ist. Und ist unten durch. "Man werde sich seine Rede genau anhören" - oho! Vorsicht Mr. Trump. Momentan sind wir Deutschen wieder mit einer erfolgreichen Sprachpolizei gesegnet. Die wird schon was finden. Und wenn sie nur "I will" sagen würden...

Die Kräfte, die hier von fiesen Beleidigungen bis zu Molotovbrandmitteln bereit sind alles einzusetzen nennen sich progressiv. Weil sie etwas verändern wollen, angeblich verbessern. Das sie dabei nur noch fordern und nicht mehr diskutieren und nach Kompromissen, nach gemeinsamer Bewegung in Gesellschaft und Kultur suchen, dass sie nur noch auszuschließen suchen ist die Tragik, ist die Gefahr. Nicht Rechtspopulisten und Trump. Würden Piraten, Grüne, SPD, Linke und CDU nicht jede konservative Stimme, nicht jeden Kritiker, nicht jeden Bürger mit anderer Meinung und Lebensart ins Rechtsradikale Eck stellen sondern mit ihm reden und einen gemeinsamen Weg suchen gäbe es keine AfD, keinen Trump.
So aber spalten genau jene, die am lautesten Spalter rufen. Werfen jene Steine, die aus einem soliden Haus selbst ein politisch korrektes Glashaus gemacht haben, so dass selbst fleißige Mitwirker mittlerweile immer wieder Scheiben einwerfen.

Es macht mich wütend. Diese Heuchelei, diese Arroganz, diese Selbstüberschätzung, dieses Aufspielen als moralische Polizei. Und das der Weg in die gegenseitige Entfremdung unausweislich scheint.
Ich selbst merke, wie mir der Spaß an Filmen vergeht, in denen solche Heuchler mitspielen, obwohl ihre Haltung und Redeweise jenseits der Schauspielerei keinerlei Einfluß auf das cineastische Ergebnis hat. Aber es klingelt die ganze Zeit im Hinterkopf: dieser Schauspieler sieht nicht in der mordenden, versklavenden, vergewaltigenden, folternden Islamistenbewegung die aktuelle Gefahr, sondern in einem großmäuligen Präsidenten unter einer geteilten Gewalt im Rahmen einer Verfassung....

Quo vadis lieber Westen?

Donnerstag, 19. Januar 2017

Lieber Herr Lammert

ich schreibe Ihnen als jemand, der Sie einmal für einen hervorragenden Politiker, klugen Kopf und würdigen Staatsmann gehalten hat. In vielen Dingen, wie den Affären um Füller oder Pädophile im Bundestag konnten Sie diese Meßlatte nicht halten, aber das wollte ich Ihnen nicht ankreiden, da Sie sich versuchten "korrekt" und nach den Buchstaben der Gesetze zu halten. In anderen haben Sie diese Latte aber deutlich gerissen, weshalb ich mich von meiner früheren Einschätzung entferne.
Ihre jüngste Rede war mal wieder ein solches Beispiel. War es nur Recht und angemessen ENDLICH von allen Politikern ein Signal der Anteilnahme zu sehen, welches vor Ort und in direktem Anschluss schmerzlich zu vermissen war (von allen, von AfD bis SPD, von Linke, Grüne und CDU) und mehr als nötig der noch leidenden Opfer und den Folgen für die Helfer Aufmerksamkeit zu schenken, so war die mitglieferte Analyse unterträglich.
Was hat Sie dazu bewogen zu glauben, die Bevölkerung benötige ein Lob von Ihnen ob der "besonnene Reaktion"? Und was um Himmels willen bringt Sie dazu zu glauben, es sei das Ziel der Terroristen "demokratische Gesellschaften zu lähmen und zu destabilisieren"? Das ist der größte Humbug, eine Relativierung sondergleichen.
Wenn Terroristen mit Sprengstoff belandene Trucks in Syrien oder im Irak in Gebäude rammen, dann geht es um den Schaden, um die Opfer. Wenn Afghanen oder Pakistanis sich an Sammelstellen der Polizei in die Luft sprengen, wenn Hamas Raketen auf Israel schießt, wenn FARC Touristen entfüht, Boko Haram dutzende Mädchen entführt und der IS ein arabisches N auf die Türen von Christen malen lässt, dann hat das keine Demokratie und keinen Stillstand der Reaktionen als Ziel. Es geht darum, was die Menschen dort tun.Töten, entführen, quälen. Wenn die Menschen dadurch Angst bekommen und einen Teil ihrer Widerstandskraft gegen sie einbüßen, wenn Militär und Polizei nicht mehr wagt offen gegen sie vorzugehen, dann haben sie ein größeres, Übergeordnetes Ziel erreicht. Aber das hat weniger mit der Bevölkerung an sich zu tun und mit der Staatsform erst recht nichts.

In Europa haben sie dieses übergeordnete Ziel gar nicht nötig. Wir haben uns ohnehin einen engen Spielrahmen gesetzt, der in der ewigen Diskussion Freiheit gegen Sicherheit seinen verbalen Niederschlag findet. Menschenrechte, Flüchtlingsvereinbarungen, Genfer Konvetion und viele andere Normen und Gesetze definieren, was unsere Sicherheitskräfte tun und lassen können. Zum Guten wie zum Schlechten.
Die daneben laufende Diskussion um Verallgemeinerung der Muslime, der "Kampf gegen Islamophobie" und der schmale Grad der unseren Beamten bleibt, bevor Experten, Journalisten und Experten ihre Arbeit kritisieren oder empört vor Gericht bringen wollen (der Attentäter von Würzburg, der tote Flüchtling von Dresden und Volker Becks Reaktion, der Silvesterschutz in Köln als nur einige Beispiele) macht es erwartbar, das Anschläge gelingen.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Das die Deutschen nicht in Panik oder Pogrome ausbrechen ist in der Tat positiv zu bewerten, allerdings auch bei ehrlicher Betrachtung aus vielen Gründen nicht anders zu erwarten gewesen.
Aber Beschwichtung und die ausgegebenen Mantras von "das müssen wir aushalten", "wir schaffen das" und "Terror will uns nur Spalten" sind nur als Stinkefinger an die Opfer und deren Angehörige zu bewerten. Das Ziel der Männer von Paris, Brüssel, Ludwigshafen, Sauerland, Berlin und mittlerweile hunderten anderen Orten mehr war es zu töten. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie als Präsident des Bundestages das schon nicht begreifen, wer bitte soll unsere Politik dann dazu bewegen, uns zu schützen?
Sie jedenfalls nicht. Und darum kann ich Ihnen kein Vertrauen mehr schenken.
Mit bedauernden Grüßen
T.

Dienstag, 17. Januar 2017

Warum das Scheitern des NPD Verbotes kein Weltuntergang ist

Der Publizist und streitbare Vertreter des gesunden Menschenverstandes H.M. Broder hat einmal eine Serie mit dem Titel "Die Deutschland-Safari" zusammen mit Hamed Abdel-Samad gedreht. Wer sie noch nicht kennt, unbedingt ansehen. Es ist ein teilweise polemischer aber unterhaltsamer Genuß.
Darin besucht der von jüdischen Eltern und Holocaustüberlebenden Abstammende zusammen mit seinem aus Ägypten immigrierten Freund Abdel-Samad eine Veranstaltung der NPD. Beide kommen nicht nur, oh Wunder, Lebend wieder heraus, sondern haben das verständliche dringende Bedürfnis grundlegende Hygiene zu betreiben.

Diese Szenen sagen alles, was man zur NPD bzw. dem NPD Verbot wissen muss. Die Partei, die in ihrer politischen Bedeutung nicht unterschätzt werden kann und mit platten Phrasen keinen Suchenden davon überzeugen kann, seine politische Heimat zu sein, sich vielmehr aus Überzeugungstätern speist und nur dort, wo ein wirkliches Vakuum zu den linksgerichteten Altparteien besteht auch mal den ein oder anderen zum Wahlkreuz überreden kann, diese Partei also ist das Feindbild schlechthin - weil sie sich in der Rolle eingerichtet hat. Dort sammeln sich Antisemiten, Fremdenfeinde, Rassisten, Herrenmenschen und "ewig gestrige" im eigentlichen Sinne.
Das geht sogar so weit, dass sie ihr Potential stetig verkleinern. Als sie mit der DVU fusionierten, war diese wiederholt in Landtage und Bezirksregierungen eingezogen. Hatte bis zu rund 13% der Stimmen fangen können. Davon ist die NPD heute weit entfernt.

Und das ist gut so. Man weiß dadurch, wie Broder und Hamed, wo man sie findet. Sie sind eben keine unbekannte Größe die im Pool herumschwimmen. Auch Rassismus im Kopf kann nicht ohne mit eben jenen menschenverachtenden Methoden, die man ja angeblich verabscheut, verboten und verfolgt werden. Sollte es auch nicht. Wenn man Menschen nicht mit Argumenten überzeugen kann, dann ist es schlicht gut zu wissen, wo sie sind. Und in der NPD sind mir Alt- und Neo-Nazis weit lieber als bspw. in der CDU, der AfD oder bei Die Linke.
Und wenn man mit ihnen in Kontakt kommt, dann weiß man, woran man ist. Egal was sie dann erzählen - aber groß verstellen werden sie sich kaum. Höchstens den Tonfall mäßigen. Denn jeder weiß ja bereits, wer und was sie sind.

Und was würde ein Parteiverbot bringen? Würden diejenigen einfach wegfundieren? Würden Sie aufhören politisch aktiv zu sein? Würde niemand eine bestehende rechtsradikale Gruppe als Ersatz anbieten oder gar eine neue Gründen?

Beim Kampf gegen Rechts verlieren die Bewohner und Lenker unserer Republik oft den Blick für das "Rechte" im Sinne des angemessenen und legalen. Ist es völlig legitim, wenn ein Künstler dagegen klagt, seine Werke von Rechtsradikalen als Werbe- und Atmosphäremittel zu nutzen und ihn damit vermeintlich in die Nähe zu rücken, so ist es doch sehr bedenklich, wenn Kommunen Wahlplakate abhängen (und damit mit der AntiFa, die von der CDU über die AfD bis eben zur NPD Wahlmittel zerstört Hand in Hand arbeitet) und der Bundestag über nicht von Gesetzen gedeckelte Maßnahmen eine eben nicht verbotene Partei von den staatlichen Futtermitteln für diese Gruppierungen fern zu halten.
Ja, das Leben wäre schöner ohne Rechtsradikale. Für viele auch sicherer. Aber das wird nicht passieren. Immer wird es irgendwo Menschen geben, die mindestens einigen der Definitionskriterien entsprechen. Wie wir mit ihnen umgehen bestimmt, was und wer die Gesellschaft ist. Das Ziel ist unfraglich: dem giftigen Gedankengut keinen Platz und keine Mitbestimmung zu geben. Ob das gelingt, indem man mit wirklich allen Mitteln, von Gewalt über unlauteren Wettbewerb bis zu Dauerbeschallung und Menschenrechtsverweigerung arbeitet braucht man nicht fragen, denn das widerspricht sich.

Und komischerweise ist das andersherum beim Islam exakt umgekehrt. Da wird der Gruppe ein Vertrauensbonus und eine Ignoranz der Aussagen und Lehren entgegen gebracht, die ihresgleichen sucht. Einzelne zu beobachten mag angehen, aber schon eine Maßnahme größeren Umfanges oder ein vehementes Eingreifen auch in tödlicher Gefahr führt zu Protesten und Unterstellungen von Rassismus und Co.

Definiert Werte! Haltet euch dran! Immer! Und wenn es ausnahmsweise mal nicht gelingt, dann bereut, entschuldigt euch und tretet aus der vordersten Linie zurück!
Aber das wird nicht passieren. Die Heuchelei wird weiter zunehmen, die Zahl derer, die nicht glauben, dass dieses Personal als Lenker und moralische Instanzen des Staates taugen wird zunehmen, die Spaltung wachsen. Und in dieser Situation wird es mehr und mehr der oben erwähnten "Suchenden" geben. Bleibt zu hoffen, dass diese Alternativen finden, statt zu den Rändern wandern zu müssen. 

Montag, 16. Januar 2017

Der Koran im christlichen Gottesdienst

Eine Phrase wird dieser Tage oft und in leichter Variation immer und immer wieder preisgegeben.
Es geht dabei um die Gleichsetzung von Islam und Christentum, von Koran und Bibel, vom christlichen Gott und der Dreifaltigkeit mit dem islamischen Allah.
Nun bin ich, wie oft betont, kein Theologe und halte mich auch nicht für sehr bewandert oder berufen, mich zu komplexen Themen dieses Bereiches zu äußern, aber das dies Wunschdenken von Menschen ist, denen es weniger um Gottesverehrung als ein friedliches Miteinander geht, ist für mich offensichtlich. Und nur wenige Stunden Recherche liefern einen schier endlosen Strom schwer bis unwiderlegbarer Argumente.
Nun kann man als Katholik, als weißer Deutscher (selbst mit einem innereuropäischen Migrationshintergrund) darüber so viel diskutieren wie man will, am Ende landet man auf der persönlichen Eben und wird schlicht mit dem Vorwurf der Vorurteile, des Rassismus, der Islamophobie und vielen weiteren Verunglimpfungen bedacht.
Immer mal wieder aber demonstrieren Muslime, welche für den Dialog (ein)stehen sollen ziemlich eindeutig, wie es denn nun bestellt ist um die Vereinbarkeit der beiden großen Weltreligionen. So diesmal in Glasgow.
Als Zeichen der eigenen Toleranz und des Wunsches nach Miteinander hatte man dort für den Gottesdienst zur Epiphanie, zur Erscheinung des Herrn, eine Muslima geladen aus dem Koran vorzulesen, was für mich durchaus fragwürdig genug wäre. Zur Mission eines anderen Glaubensbekenntnis an einem der höchsten Feiertage aufzurufen...

Diese dachte sich, es sei wohl angebracht, an jenem Feiertag in einer christlichen Kirche zu demonstrieren, was der Islam über Jesus so lehrt. Grundsätzlich bin ich dafür sogar dankbar, denn es sind solche Passagen (und sie hat nicht vorgelesen, was der Koran und Islam zur Kreuzigung und der Wiederauferstehung zu lehren haben), die deutlich machen, wie verlogen oder unwissend die oben genannten Vergleiche eigentlich sind. Aber in der Situation entspricht das natürlich einer gezielten Provokation. Sie hätte auch gleich den Altar oder das Kreuz entweihen können.
Madinah Javed, so der Name der Muslima, las dabei aus der Sure 19. Dabei geht es insbesondere um die Verse 30 bs 36, in denen der Neugeborene Jesus im Koran zu seiner Mutter und den Umstehenden spricht. Stellt man die Geburt des Herrn aus der Bibel und aus dem Koran nebeneinander, so scheint der Koran gezielt widersprechen zu wollen und dies mit einer Wundergeschichte, die so noch nie berichtet worden war. Jesus soll also gesagt haben, er sei der Prophet Allahs und wenige Sätze später:
Dies ist Jesus, Sohn der Maria - (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind
Es geziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: "Sei!" und es ist.
"Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg."  
                                                                                                                                            Sure 19 Vers 34 und 35

Diejenigen, die anderes behaupten als das Jesus nicht Sohn sondern lediglich Knecht und Geschaffener Gottes sei lägen falsch und wären vom Weg abgekommen. Laut Koran sagt der Neugeborene Jesus dies noch in der Krippe - bevor also "alle Welt verkündet" bekommt, wie es im christlichen Glauben heisst. Dieser Moment, nach der Geburt, ist jener, den wir Christen in unseren Krippen und im Krippenspiel selbst unseren Kindern sichtbar machen. Es ist eine kleine Gruppe Eingeweihter. Die drei Weisen, ein paar Hirten, der Engel und die Tiere des Stalles wie der Hirten stehen dort zusammen. Ob man dies glauben mag oder nicht ist nicht mein Thema - es ist die Provokation der Stelle im Koran. Im 7. Jh.enstanden, im 8. oder 9. Jh. standartisiert wird hier der zu dem Zeitpunkt bekannte und etablierte christliche Darstellung gezielt widersprochen und, noch wesentlich bedeutender, der Kern der christlichen Lehre, die Bedeutung und Herkunft Jesus Christus wird in Abrede gestellt.


Viele können heute nicht nachvollziehen, was dies bedeutet. Die fundamentalen Lehren, welche in der westlichen Hemisphäre heute als sakrosankt gelten gestatten den Menschen kein Nachempfinden in diesem Punkt. In einer Zeit, in der viel Aufhebens um die Rücksichtsnahme auf Muslime in Sachen Speise- und Kleidungsgebote gemacht wird, in der Sharia-Polizei ungeahndet seine Gesetze in Moscheeumfeld durchdrücken darf, ist keine Empathie und kein Verständnis für grundsätzliche Glaubenslehren und -befindlichkeiten des Christentums da. Selbst bei Personal der Kirchen.
Hier hatte der Probst der Kathedrale St. Mary eben jene Einladung ausgesprochen und im Programm die erst arabisch gehaltene Lesung abgenommen - über welche hinaus die Studentin dann weiter zitierte zu den ungewünschten aber eben essentiellen Passagen.
Hat also die Muslima provoziert? Ja, natürlich. Sie hielt sich nicht an die Vereinbarung, welche ein falsches Bild der Zusammengehörigkeit hätte zeichnen sollen. Sie hat bewusst in einer christlichen Kirche an einem christlichen Feiertag während einer christlichen Messe vor christlichen Gläubigen die grundlegende Lehre des Christentums abgelehnt und seine Gläubigen als Verirrte dargestellt.
Die Teilnahme war also verlogen und ehrlich in einem.
Verlogen reagierte nun auch der Probst, (very) Reverend Holdsworth. Der ließ der BBC gegenüber ausrichten:
But since then he had witnessed a "storm of abuse" from "10,000 'Christan' voices claiming to know what happened here that night."

He said: "I would not have wished the week that I have had on anyone. The international hue and cry about our Epiphany service was not something anyone here was seeking.
"Our aim and the aim of all involved was to bring God's people together and learn from one another - something that did, beneath the waves of the storm happen, and continues to happen.
"Nobody at that service that night could be in any doubt that we proclaimed the divinity of Christ and preached the Gospel of God's love.
"All of this raises questions about how we live in a globally connected world but I cannot believe that moderate churches in the West should follow a policy of appeasement towards those who are Islamophobic and particularly not towards the recently invigorated far-right media."
Knapp übersetzt, er sehe sich: "(...) seitdem einem Sturm des Missbrauchs durch 10 000ende "christlicher" Stimmen ausgesetzt, die behaupten zu wissen, was in jener Nacht passiert sei.(...)
Es ist das Ziel gewesen, Gottes Gemeinschaft zusammen zu bringen und die Menschen voneinander lernen zu lassen - etwas das ungeachtet des Proteststurmes passiert ist und weiterhin passiere.
Niemand der in jener Nacht da gewesen sei, könne bezweifeln, dass wir die Göttlichkeit Christi verkündet und das Evangelium von Gottes Liebe gepredigt haben.
All das erhebt Fragen über unser Zusammenleben in einer globalisiert verbundenen Welt, aber ich kann nicht glauben, dass moderate Kirchen im Westen der Appeasment Politik in Richtung jener die islamophob sind und insbesondere jener der erstarkten rechts-außen Medien folgen sollten."

Weiterhin ließ er wissen:
such readings have happened a number of times in the past in this and in other churches and have led to deepening friendships locally, to greater awareness of the things we hold in common and to dialogue about the ways in which we differ.
"Solche Lesungen sind schon mehrere Male in der Vergangenheit in dieser und in anderen Kirchen vorgekommen und führten zu einer vertieften lokalen Freundschaft, zum vergrößerten Bewusstsein von Dingen, die wir gemeinsam haben und zum Dialog über die Wege, in denen wir uns unerscheiden."
Ganz eindeutig hat der Mann beschlossen, die Missachtung der Studentin in seinen Betrachtungen außen vor zu lassen und sich in der Sache mehr seinen politischen und sozialen Überzeugungen als seinen Glaubensverpflichtungen hinzugeben.

Ein mittlerweile im Ruhestand befindlicher Reverend, hatte die Sache öffentlich kritisiert und verlangt, dass der Verantwortliche, also Holdsworth zur Rechenschaft gezogen werden muss. Denn dieser muss ja die ganze Sure gekannt haben, die er zuließ und die er scheinbar bewusst nicht vollständig rezitiert sehen wollte. Reverend Michael Nazir-Ali fand dabei für die Verlesung des Korans als Teil des Gottesdienst bereits eine klare Einordnung.

Davon aber mal abgesehen ist es hier in Deutschland kein Stück besser. Von Beschimpfungen übelster Art, die, anders als im Falle des Islam nicht als "Hetze" oder gar "Störung des öffentlichen Friedens" abgelehnt werden sondern von Berliner Richtern auch noch legalisiert bis hin zu GEZ finanzierter Schönrederei, die auf dem gleichen Niveau und mit dem gleichen Ziel abläuft, wie jener Prozess der zu der Situation in Glasgow führte.

Kurzum: Europa hat mit seinem Glauben gebrochen. Inklusive so vieler, die sich noch immer im Glauben wähnen, während sie sich lediglich einen Aspekt herauspicken und die zentralen Lehren, ja die Gottesverehrung selbst außen vor lassen. Es gäbe viel zu tun für die Hirten unserer Tage. Den Menschen nahe zu bringen, dass ein Gottesdienst genau das ist und eben nicht ein "Treffen alter Menschen zur Modenschau" oder alternativ "Kinderbespaßung mit Musik in gediegener Atmosphäre" wäre solch ein Ding.
Es beginnt mit dem Glaubensbekenntnis. Wer nicht dahinter steht, der möge bitte, mit dem Segen aller Beteiligten, weiter ziehen und sich suchen, was zu seinem Glaubensbild passt. Und wer nicht willens ist, die Ablehnung dieses Bekentnisses als solche zu erkennen und zu benennen, der sollte sch vielleicht nicht als Führer und Hirte der Gemeinschaften einsetzen.

Linksammlung:
St. Mary's Cathedral, Glasgow

idea Artikel
BBC Artikel - natürlich kleinredend 
Atikel des Blaze Magazin
Analyse des Orientdienstes der betreffenden Koranstelle




Donnerstag, 12. Januar 2017

Dumm, dümmer, deutsche Trumpanik

Die Faz schreibt:
Mexiko steckt schon jetzt in einer tiefen Krise – doch mit Donald Trump als Nachbarn droht das Land endgültig in Agonie zu verfallen.
Der Drogenkrieg in Mexiko hat laut Wikipedia (nicht meine liebste Quelle aber als grober Richtwert vermutlich zutreffend) seit 2006 bislang 185 000 Opfer gefordert. Eine Reihe von Staatsanwälten und Bürgermeistern die sich gegen die Drogenbanden ausgesprochen hatten wurden zum Teil spektakulär ermordet. Auch Minister und sogar kandiderende Politiker wurden ermordet. Hier sei an Gorrostieta Salazar erinnert, eine dreifache Mutter, deren Ehemann bereits ermordet worden war. Sie wurde nach drei gescheiterten Attentaten vor den Augen ihrer jüngsten Tochter entführt, gefoltert und ermordet.
Oder an Marisol V. Garcia, welche 2010 sich als einzige Person bereit erklärte, den vakanten Posten des Polizechefs ihrer Gemeinde zu übernehmen - gerade einmal 21 Jahre alt. Nicht ein Jahr später suchte sie Asyl in den USA, da die Drohungen gegen sie und ihre junge Familie glaubhaft und drastisch waren. Sie erhielt darum vorerst eine befristete Arbeitserlaubnis.

Immer wieder werden Massengräber gefunden, schrecklich entstellte Leichen teilweise in Gruppen auf Autobahnen ausgelegt oder sogar Touristengruppen massakriert. Gefangene Verbrecherbosse brechen spektakulär aus, Anti-Terroreinheiten von Polizei und Militär laufen zu den Drogenbanden über.
All das plagt Mexiko nunmehr über 15 Jahre.
Aber das Trump präsident geworden ist, das hat das Land "in Agonie verfallen" lassen...